Hilfe für den Nachbarn Fall 9 und 10 Die ganze Existenz wurde ein Raub der Flammen

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Über Nacht verlor Herr E. alles: Die Polizei alarmierte ihn, dass sein Lokal lichterloh brenne. Schnell war klar, dass es sich um Brandstiftung handelte, dennoch war die Existenz der Familie zerstört.

So wie dieses Lokal, brannte auch jenes von Herrn E. völlig aus. Foto: dpa
So wie dieses Lokal, brannte auch jenes von Herrn E. völlig aus. Foto: dpa

Stuttgart - Über Nacht verlor Herr E. alles: Die Polizei alarmierte ihn, dass sein Lokal lichterloh brenne. Das war vor acht Jahren. Schnell war klar, dass es Brandstiftung war, die seine und die Existenz seiner Familie zerstört hatte. „Die Täter wurden nie gefunden“, erzählt er. Stattdessen blieb er damals auf einem Schuldenberg sitzen. Der Sachschaden war fast eine Viertelmillion Euro. Die Versicherung bezahlte nur einen kleinen Teil. „Allein die Entsorgung kostete mich noch einmal 4200 Euro und für die Räume, in denen das Lokal war, musste ich auch noch zwei Monatsmieten bezahlen“, rechnet er vor. Außerdem hatte er Schulden durch einen Hauskauf. Die konnte er nun auch nicht mehr bezahlen, weil er nach dem Brand ­ohne Einnahmen war. Das Mehrfamilienhaus, in dem er, seine Frau und die gemeinsamen Kinder wohnten und in der Herr E. mehrere Wohnungen vermietet hatte, sollte die Sicherheit für das Alter sein.

Auch die Familie zerbrach

Mit Ende fünfzig stand er damals vor dem finanziellen Aus. Als Hausbesitzer erhielt er keine Unterstützung, die Ersparnisse gingen weitgehend für den Schaden drauf – und damit nicht genug, auch die Ehe scheiterte. „Der Stress machte die Familie kaputt“, sagt er bitter. „Ich habe dann mehrere Dinge versucht. Eigentlich wollte ich wieder eine Gaststätte aufmachen.“ Das Wohnhaus musste er verkaufen.

Mit der Gastronomie klappte es nicht mehr und Herr E. lebte von Gelegenheitsjobs und vom Rest des Hausverkaufs. Gewohnt hat er ein Jahr lang bei Verwandten und litt unter Depressionen wegen der vielen Probleme. „Ich bin fast nie aus dem Haus gegangen, nur zum Einkaufen“, erzählt er. Jetzt geht es ihm wieder besser. Ab und zu kommt sein Sohn auf Besuch. Dieser lebt allerdings viele hundert Kilometer weit entfernt.

Kosten für die Zahnoperation

Heute lebt Herr E. von Arbeitslosengeld II und vom kommenden Jahr an erhält er eine kleine Altersrente. Kürzlich wachte er mit Zahnschmerzen auf. Die rechte Backe war geschwollen. Sein Zahnarzt überwies ihn sofort in die Klinik und zunächst bestand der Verdacht auf einen Tumor. Glücklicherweise handelte es sich um eine Zyste. Zwei Wochen lang musste Herr E. täglich zur Behandlung der Schwellung in die Klinik. Dann erst konnte er operiert werden. Die Krankenkasse bezahlte nicht alles, obwohl sie die Behandlung von Herrn E. als Härtefall veranschlagte. Jetzt muss er noch den Eigenanteil in Höhe von 330 Euro begleichen. Geld, das Herr E. nicht hat.

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