Hilfe für die Ukraine Der Preis des Krieges
Der Westen wird die Ukraine weiter massiv unterstützen. Das sind schlechte Nachrichten für den Autokraten im Kreml, meint Knut Krohn.
Der Westen wird die Ukraine weiter massiv unterstützen. Das sind schlechte Nachrichten für den Autokraten im Kreml, meint Knut Krohn.
Wladimir Putin wird den Krieg in der Ukraine nicht aus freien Stücken beenden. Im Gegenteil: Der Kreml-Herrscher setzt weiterhin auf Gewalt und brutalen Terror, was er nun auch den Europäern androht. Sein Vorwurf, allein die EU stehe dem Frieden im Weg, weil sie die diplomatischen Bemühungen der USA torpediere, ist ebenso irrsinnig wie durchsichtig. Putin versucht, den Westen zu spalten und verfolgt damit zwei Ziele. Zum einen will der Autokrat die Europäer vom Verhandlungstisch fernhalten und nur mit Washington reden, wovon er sich wesentliche Vorteile verspricht. Zum anderen hofft Putin, den Willen der Europäer zur Unterstützung der Ukraine zu zermürben. Deshalb auch die hybriden Angriffe Russlands im Westen.
Das Treffen der Nato-Außenminister in Brüssel sendete in diesem Sinne für den Kreml schlechte Nachrichten. Die Nato-Staaten machen nicht nur deutlich, dass sie Kiew weiter massiv mit Waffen und Geld unterstützen, sie wollen die Umsetzung der Hilfe zudem vereinfachen. Das heißt, dass nicht mehr einzelne Pakete geschnürt werden, sondern die Unterstützung verstetigt wird und damit für die kommenden Jahre gesichert ist. Parallel dazu werden die Sanktionen des Westens laufend verschärft.
Moskau ist in diesem blutigen Abnutzungskrieg nicht in der guten Position, wie Putin immer wieder glauben machen will. Hunderttausende junge Russen sind dem Krieg bereits zum Opfer gefallen, wirtschaftlich steht das Land auf tönernen Füßen. Die Zweifel im Westen an diesem Krieg sind groß, doch auch im Kreml dürften im Umfeld des Autokraten längst die Berechnungen laufen, wie lange Russland den steil steigenden Preis für den Krieg noch bezahlen kann.