Hilfe für Geflüchtete Neue Hoffnung für Nürtinger Verein Nfant
Der Nürtinger Förderverein Nfant stand kurz vor dem Aus, doch nun gibt es neue Hoffnung. Die Ehrenamtlichen wollen weiter Hilfe für Geflüchtete leisten.
Der Nürtinger Förderverein Nfant stand kurz vor dem Aus, doch nun gibt es neue Hoffnung. Die Ehrenamtlichen wollen weiter Hilfe für Geflüchtete leisten.
Bis vor kurzem drohte dem Nürtinger Förderverein Nfant zwecks Personalmangel das Aus – nun gibt es neue Hoffnung. „Wir sind jetzt doch so aufgestellt, dass wir weiterarbeiten können“, sagt der aktuelle stellvertretende Vorsitzende Martin Häberle erleichtert. Der pensionierte Mediziner selbst will bei der nächsten Mitgliederversammlung für den Vorsitz kandidieren, eine weitere Person hat sich bereit erklärt, den Posten des Stellvertreters zu übernehmen. Auch ein neuer Kassenwart sowie Kassenprüfer wurden mittlerweile gefunden.
Ein Aus hätte massive Folgen für das Netzwerk Nfant, das im Jahr 2015 die ehrenamtlichen Flüchtlingsinitiativen in Nürtingen zusammengeführt hat, gehabt. Bei Nfant handelt es sich um eine lose Verbindung – wegen des hohen Spendenaufkommens aufgrund der Flüchtlingswelle 2015/16 wurde 2016 der Förderverein gegründet. „Zuerst haben wir Spenden privat weitergeleitet, aber es wurde schnell klar, dass wir einen Verein im Hintergrund benötigen – auch um Spendenbescheinigungen ausstellen zu können“, erklärt Häberle, der zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins gehört. Elf Personen hatten sich damals zusammengeschlossen, inzwischen sind es 13.
Nachdem die erste Vorsitzende 2018 ihr Amt niedergelegt hatte, war Pit Aurenz interimsweise eingesprungen. „Es sollte nur ein Übergang sein, aber es hat sich niemand für den Vorsitz gefunden“, so Häberle weiter. 2024 zog Aurenz einen Schlussstrich, dazu gaben auch die beiden bisherigen Kassenprüfer aus Altersgründen ihre Ämter ab. „Damit waren wir in einer prekären Situation“, erklärt der 77-Jährige. 2024 fand aus diesem Grund auch keine Mitgliederversammlung statt. Die Neuwahlen finden nun am 13. November in der Alten Seegrasspinnerei (19.30 Uhr) in Nürtingen statt.
Seit seinem Bestehen hat Nfant Spenden im fünfstelligen Bereich verteilt. Unterstützt werden Menschen, die Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz haben. Personen, die vom Jobcenter Geld erhalten, werden nicht bedacht. Waren es in den Anfangsjahren hauptsächlich Sprachkurse oder auch mal Anwaltskosten, geht es inzwischen meist um Einzelfallhilfen: Etwa eine neue Brille, eine zahnmedizinische Behandlung oder eine Finanzspritze, um einem Kind ein Ferienlageraufenthalt zu ermöglichen. Obendrein werden Veranstaltungen des Netzwerks Nfant gesponsert – etwa aktuell ein Vortrag im Rahmen der Nürtinger Eine-Welt-Tage/Friedenswochen über die Hintergründe der Konflikte und Übergriffe im Ostkongo.
„Veranstaltungen, die von uns unterstützt werden, müssen sich mit dem Thema Flucht oder Fluchtursachen beschäftigen“, erklärt Häberle. Aber auch regelmäßige Events wie etwa das ein Mal in der Woche stattfindende Café International in der Seegrasspinnerei, das für Menschen aller Couleur offen ist, wird vom Förderverein Nfant regelmäßig unterstützt. Der Bedarf habe sich über die Jahre gewandelt, bekennt Häberle. Der Grund? „Es gibt immer weniger Ehrenamtliche, die direkt mit Geflüchteten arbeiten. Da fehlt es an persönlichem Kontakt, da kann man also nicht wissen, ob eine neue Brille nötig ist.“
Für Häberle und seine Mitstreiter hat die Arbeit von Nfant aber allemal eine enorme Bedeutung: „Alles was der Integration von Geflüchteten dient, ist wichtig. Es kann nur eine friedliche Gesellschaft geben, wenn die Integration einigermaßen gelungen ist.“