Hilfe in Zeiten von Corona In der Krise halten die Musberger zusammen

Von Caroline Holowiecki 

Eine Podologin, die Mundschutzmasken verteilt, und ein Lebensmittelmarkt, der extra für Senioren eine Stunde eher öffnet: Diese Geschichten machen Bürgern im Ort Mut.

Der Supermarkt an der Filderstraße ist schon von 7 Uhr an geöffnet, und zwar für  Senioren ab 70 Jahren, Pfleger mit Ausweis oder für jene, die belegen können, dass sie im Sinne der Nachbarschaftshilfe Mitbürger versorgen Foto: Caroline Holowiecki
Der Supermarkt an der Filderstraße ist schon von 7 Uhr an geöffnet, und zwar für Senioren ab 70 Jahren, Pfleger mit Ausweis oder für jene, die belegen können, dass sie im Sinne der Nachbarschaftshilfe Mitbürger versorgen Foto: Caroline Holowiecki

Musberg - Jutta Heyer ist auch einen Tag später noch sichtlich gerührt. „Das ist großartig“, ruft sie fast schon, „ich bin zutiefst bewegt“. Eigentlich wollte die Musbergerin am Donnerstag nur im örtlichen Edeka-Markt einkaufen, doch was sie dann beobachtete, geht ihr nicht mehr aus dem Kopf: Eine Frau kam in den Laden, gab den Kassiererinnen mehrere Päckchen und ging wieder. „Ich habe schon einen Moment geguckt. Dann habe ich sie gefragt, wer sie ist“, berichtet sie.

Die Frau, auf die Jutta Heyer aufmerksam geworden ist, ist Yvonne Reich. Die 50-Jährige betreibt in Musberg eine podologische Praxis, und die vier Päckchen, die sie dem Verkaufspersonal gebracht hat, enthielten jeweils 50 Mundschutzmasken. Yvonne Reich erklärt, was sie angetrieben hat: „Das ist der einzige Laden, wir brauchen diesen Laden.“

Supermarkt öffnet bereits um 7 Uhr

Doch die Verkäuferinnen sind nicht die einzigen, die auf diese Weise mit Schutzmasken versorgt wurden. Auch in der Postfiliale, beim Frisör und in einer gynäkologischen Praxis hat die Podologin je ein Päckchen abgegeben. „Mir geht es um das Miteinander. Hier in Musberg halten wir alle zusammen“, sagt sie. Masken und Desinfektionsmittel habe sie bereits nachbestellt, um weiter medizinische Notfälle in ihrer Praxis behandeln zu können.

„Ich hatte Gänsehaut“, sagt die Kundin Jutta Heyer. Sie sei von der Geste begeistert, „weil man so viel anderes sieht, wie egoistisch manche sind“. Auch Florian Jäger, der Marktleiter, sagt: „Das war toll von ihr.“ Er wiederum leistet dieser Tage selbst seinen Beitrag, um die Not mancher in der Corona-Krise zu lindern. Seinen Supermarkt an der Filderstraße öffnet er schon um 7 Uhr, also eine Stunde früher. Einkaufen können in dieser Zeit speziell Senioren ab 70 Jahren, Pfleger mit Ausweis oder jene, die belegen können, dass sie im Sinne der Nachbarschaftshilfe Mitbürger versorgen. Das Schild steht gut sichtbar im Eingangsbereich. „Das ist unsere Initiative“, sagt Jäger.




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