Berlin - Mehr Fachkompetenz zum Thema Kinderschutz kann man wahrscheinlich in diesem Land nicht versammeln. Politik, Kirche, Wissenschaft, NGOs und Zivilgesellschaft haben im Nationalen Rat gegen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen zusammengefunden. Und nun gibt es einen Maßnahmenkatalog, der zusammen führt, was die einzelnen Disziplinen jeweils seit Jahren fordern. Es geht um Prävention, Hilfe und – auch das ist wichtig, wenn Täter ermittelt werden können – um eine kind- und jugendlichengerechte Justiz, die die Opfer nicht ein zweites Mal zu Opfern macht. Es geht um professionelle Augenhöhe. Und zwar nicht nur im Gerichtssaal, wenn die Taten schon begangen worden sind und nur noch mehr Schlimmes verhindert werden kann.
Zum Nein ermutigen
Es geht um eine grundsätzliche Haltung: Wenn Kinder und Jugendliche ernst genommen werden, man ihnen respektvoll begegnet, ihnen wirklich gesellschaftliche Teilnahme bietet, stärkt sie das in vielerlei Hinsicht. Auch im Selbstschutz, im Mut und Zutrauen, sexuellen Übergriffen vielleicht öfter ihr kindliches Nein entgegenzuhalten. Das ist gewiss nicht die Lösung. Aber es gehört zu dem stärkeren Austausch der Disziplinen und einem breit aufgestellten Hilfsangebot dazu.