Hilfen in Stuttgart Mit dem neuen Schulranzen in die erste Klasse

Von David Scheu 

Der Verein „Frauen helfen helfen“ unterstützt bedürftige Familien. 15 Schulranzen wurden nun übergeben. Bei dem sechsjährigen Christoph war die Freude riesengroß.

Da schaut her, das ist mein neuen Mäppchen: Christoph mit seiner Mutter Mabel Namakula und Petra Trick-Renschler vom Verein Frauen helfen helfen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Da schaut her, das ist mein neuen Mäppchen: Christoph mit seiner Mutter Mabel Namakula und Petra Trick-Renschler vom Verein Frauen helfen helfen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Mit weit aufgerissenen Augen und viel Entdeckungsdrang packt der sechsjährige Christoph seinen neuen Schulranzen aus. Mäppchen, Stifte, Turnbeutel und Seitentaschen werden ganz genau unter die Lupe genommen. Christoph ist einer von 15 angehenden Erstklässlern, für die der Stuttgarter Verein „Frauen helfen helfen“ die Anschaffung des Schulranzens übernommen hat.

Denn gerade im Zuge der Einschulung fallen viele Kosten an, die für bedürftige Familien kaum zu stemmen sind. „Es gibt zwar einen Zuschuss von der Stadt, aber das reicht hinten und vorne nicht, um alle Kosten abzudecken“, sagt Petra Trick-Renschler von „Frauen helfen helfen“. Vor allem ein Ranzen sei oft eine kostspielige Sache, inklusive Zubehör liege der Preis schnell im dreistelligen Bereich.

Niemand soll stigmatisiert werden

Trick-Renschler sieht die Ranzenpacker-Aktion ihres Vereins auch als Beitrag zur Integration: „Die Kinder sollen nicht gleich in der ersten Klasse durch gebrauchte Ausrüstung auffallen und stigmatisiert werden.“ Finanziert werden die Schulranzen durch die Beiträge der rund 140 Vereinsmitglieder, die allesamt Frauen sind. „Spenden nehmen wir aber auch von den Ehemännern, da sind wir nicht kleinlich“, sagt Trick-Renschler mit einem Augenzwinkern. Und nach welchen Kriterien werden die Ranzen vergeben? Hier kommt das Jugendamt ins Spiel. „Die können das am besten beurteilen und informieren uns dann, welche Familien bei ihnen in Betreuung sind“, sagt Trick-Renschler, die dafür regelmäßig bei Stadtmitarbeiterin Sabine Binder den Bedarf abfragt. Dann erhalten die Ranzen eine individuelle Note, indem die Kinder zusammen mit Binder ihre Lieblingsmuster selbst aufmalen. Ist das getan, bekommt Trick-Renschler ein ganzes Bündel an Wunschzetteln: „Wir schauen dann immer das ganze Internet durch und versuchen, möglichst nah an die Wünsche der Kinder heranzukommen.“

Ranzen in den Lieblingsfarben rot und blau

Christoph hat sich einen Ranzen mit „Power Rangers“-Aufdruck gewünscht. Der war partout nicht aufzutreiben, dafür aber einer der „Super Knights“, dazu noch in seinen Lieblingsfarben rot und blau. Christophs Mutter Mabel Namakula ist dankbar. „Die Sachen sind so teuer. Die Unterstützung hilft uns sehr“, sagt die alleinerziehende Mutter, die 2007 aus Uganda nach Deutschland kam und mit ihren drei Söhnen seit zwei Jahren in Untertürkheim wohnt.




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