Hilfsaktion „Die Kinder sollen auch warm angezogen sein“

Von Jens Noll 

Lotte Nagel ist hilfsbereit und strickt leidenschaftlich gern. Die 75-Jährige stellt zahlreiche Kleidungsstücke für „Weihnachten im Schuhkarton“ zur Verfügung.

Lotte Nagel (Mitte), Uta Maria Killgus (links) und Christa Marx zeigen einige Geschenke, mit denen arme Kinder in Osteuropa zu Weihnachten beschenkt werden. Foto: Jens Noll
Lotte Nagel (Mitte), Uta Maria Killgus (links) und Christa Marx zeigen einige Geschenke, mit denen arme Kinder in Osteuropa zu Weihnachten beschenkt werden. Foto: Jens Noll

Plattenhardt - Auf dem Tisch liegen Socken in verschiedenen Farben, Mustern und Größen. Sorgfältig hat Lotte Nagel sie zu Paaren verknüpft. Zwischen fünfzig und hundert Teile strickt die 75-Jährige im Jahr. Es sind Weihnachtsgeschenke für Kinder, die sie selbst gar nicht kennt.

Seit 2005 unterstützt die Plattenhardterin mit ihrer Handarbeit die Hilfsaktion Weihnachten im Schuhkarton. Die Kleidungsstücke – Socken, Mützen, Schals und Pullover –, die sie strickt, werden an notleidende Kinder in Osteuropa verteilt. „Ich bin rund ums Jahr tätig“, erzählt Nagel. „Ich mache das gern.“

„Beim Stricken kann ich mich beruhigen“

Lotte Nagel ist ein hilfsbereiter Typ. Den Vorschlag, für die Hilfsaktion zu stricken, machte ihr die Besitzerin eines Handarbeitsgeschäfts, die ihr auch Wolle zur Verfügung stellte. „Die Kinder sollen auch warm angezogen sein“, sagt Nagel über ihre Beweggründe, den Bedürftigen im Alter von zwei bis 14 Jahren zu helfen. Obendrein hat der Griff zu Wolle und Stricknadeln auf sie eine positive Wirkung: „Beim Stricken kann ich mich beruhigen“, erzählt sie.

Uta Maria Killgus ist sehr froh über die fleißige Mithilfe von Lotte Nagel. „Es gibt noch andere Strickerinnen, aber so fleißig wie Frau Nagel ist sonst niemand“, sagt Killgus, die in einem Organisationsteam tätig ist. Gemeinsam mit einigen anderen Frauen, Kindern und Jugendlichen in Plattenhardt sammelt sie Weihnachtspakete für die Hilfsaktion. Killgus und ihre Helfer schauen den Inhalt der abgegebenen Pakete an, ergänzen ihn bei Bedarf oder stellen selbst Pakete zusammen, die aus Spendengeldern finanziert sind.

Pakete, die noch kein warmes Kleidungsstück beinhalten, werden mit den Strickwaren von Lotte Nagel bestückt, berichtet Killgus. „Unsere Päckchen kommen in eine kalte Region in Osteuropa“, erklärt sie. Seit zehn Jahren engagiert sich Killgus für „Weihnachten im Schuhkarton“. Sie versichert: Jedes Stück finde einen hilfsbedürftigen Adressaten.

Weihnachtspakete sind ein Hoffnungsschimmer

Christa Marx, die Sammelstellenleiterin in Filderstadt, ist überzeugt davon, dass die Strickwaren bei den beschenkten Kindern eine große Freude auslösen werden. Sie hat in Russland und Weißrussland selbst erlebt, unter welch armen Verhältnissen Kinder auf dem Land aufwachsen. „Wir können uns als Westler nicht vorstellen, wie hoffnungslos die Situation ist“, erzählt sie.

Mit ihrer bundesweiten Aktion Weihnachten im Schuhkarton bringt die christliche Hilfsorganisation Geschenke der Hoffnung einen Hoffnungsschimmer in osteuropäische Familien. Im vergangenen Jahr wurden von Filderstadt aus 1434 Pakete auf den Weg gegeben. Noch bis 15. November nehmen Annahmestellen in Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen (siehe Infokasten) Pakete entgegen.

Lotte Nagel möchte auch im nächsten Jahr gern wieder viele schöne, bunte Strickwaren für die Hilfsaktion abgeben. Doch sie hat ein Problem: Ihr geht die Wolle aus. Wählerisch ist sie nicht. „Jedes Restchen wird verwendet“, sagt sie.




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