Hilfsprojekt Statt Blätterdach ein festes Gebäude

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Ein Arbeitskreis aus Rudersberg und Welzheim sammelt Geld ein Projekt der Entwicklungshilfe. Ein Dorf soll ein Kindergartengebäude bekommen.

Die jetzige Kindergartensituation im Dorf Embokoi. Foto: privat
Die jetzige Kindergartensituation im Dorf Embokoi. Foto: privat

Rudersberg - Ein Arbeitskreis aus Rudersberg und Welzheim wird in den kommenden Monaten Geld sammeln, um ein Hilfsprojekt in Afrika zu unterstützen. In dem Dorf Embokoi südwestlich des Kilimandscharos soll mit den Spenden ein Kindergartengebäude entstehen, das den dortigen Massaikindern zugute kommt. Bis jetzt, so berichtet die Rudersbergerin Elke Knötzele als Initiatorin des Projektes, stehe den Kindern dort nur ein Baumkindergarten im ursprünglichen Sinne des Wortes zur Verfügung. Fotos zeigen die Massai-kinder, die auf Steinen im Schatten eines Baumes sitzen. „Wenn die Regenzeit kommt, fällt der Kindergarten aus“, sagt Elke Knötzele. Und dies betreffe im Jahr etliche Wochen, sowohl im April und Mai als auch im November und Dezember.

Auf das Vorhaben aufmerksam geworden ist Elke Knötzele durch eine Reise, die sie unlängst an den Kilimandscharo unternommen hat. Sie lernte dabei den Führer Yubo Munou kennen, mit dem sie nach ihrer Rückkehr in Kontakt blieb. „Der Vorschlag, für einen Kindergarten Geld zu sammeln, kam von ihm“, sagt Elke Knötzele. Von jemandem, der bereits Hilfsdienste in Afrika geleistet hatte, habe sie sich sagen lassen, dass ein solcher Vorstoß aus der Region selbst eine gute Sache sei: „Dann kümmern sich die Leute vor Ort darum auf eine nachhaltige Art“, ist Elke Knötzele überzeugt.

Yubo Munou hat Elke Knötzele dann Fotos der jetzigen Kindergartensituation geschickt sowie Bilder eines Beispielgebäudes. Es ist ein einfaches, gemauertes Haus mit zwei Räumen für die Kinder und einem Raum für die Lehrer in der Mitte. „Den Kindergarten darf man sich nicht so wie in Deutschland vorstellen“, erklärt Elke Knötzele. Statt Freispiel und Stuhlkreis müssen die Kinder in Tansania bereits im Kindergartenalter schreiben lernen. Unterrichtet werden sie zurzeit von einem Freiwilligen aus dem Dorf. „Schreiben ist die Eingangsvoraussetzung für die Grundschule“, weiß Elke Knötzele.

Erste Schätzungen, wie viel das Gebäude kosten soll, gibt es bereits: Es gilt, 27 000 Euro zu sammeln, was auch für deutsche Verhältnisse keine unbedeutende Summe ist. Es winke jedoch die Aussicht, dass der Staat Tansania einen Lehrer zur Verfügung stellt, sobald das Schulgebäude steht.