Hindernisse in Stuttgart-Feuerbach Feuerbacher Bahnhof ist bald komplett barrierefrei

Bald müssen Fahrgäste am Feuerbacher Bahnhof beim Ein- und Aussteigen keinen Höhenunterschied mehr überwinden. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Bald müssen Fahrgäste am Feuerbacher Bahnhof beim Ein- und Aussteigen keinen Höhenunterschied mehr überwinden. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Seit einigen Tagen wird am Bahnsteig 1 gearbeitet, er wird von 76 auf 96 Zentimeter erhöht und bekommt ein Leitsystem für Sehbehinderte.

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Feuerbach - Arbeiter, Bagger und Kräne sind schon seit Jahren ein gewohntes Bild am Bahnhof in Feuerbach. Das hat vor allem, aber nicht nur mit dem Großprojekt Stuttgart 21 zu tun. Im Oktober und November beispielsweise steht auch die Barrierefreiheit im Fokus: Vor einigen Tagen wurde damit begonnen, den Bahnsteig für Gleis 1 von 76 auf 96 Zentimeter zu erhöhen. Künftig können Fahrgäste dann stufenfrei in die S-Bahn steigen. Zusätzlich bekommt der neue Bahnsteig ein Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung. Bereits im Jahr 2018 war der Bahnsteig 2 erhöht worden, zudem waren auch zwei neue Aufzüge eingebaut worden. Läuft alles nach Plan, dann könnte der Feuerbacher Bahnhof Anfang November komplett barrierefrei sein.

Noch 31 Stationen in der Region müssen angeglichen werden

Es hört sich eigentlich selbstverständlich an – ist es aber nicht: Wer in der Region Stuttgart mit der S-Bahn unterwegs ist, der muss beim Ein- und Aussteigen immer wieder auf verschiedene Höhenunterschiede achten. Was für agile Menschen ärgerlich ist, kann für Senioren, Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen einige Risiken bergen. Deshalb hat sich die Region zum Ziel gesetzt, das Abstandsniveau an allen S-Bahn-Stationen anzugleichen. Laut der Bahn müssen noch weitere 31 Stationen angeglichen werden. Momentan gibt es in der Region insgesamt 83 S-Bahn-Stationen.

In die Arbeiten zur Herstellung der Barrierefreiheit in Feuerbach werden insgesamt 2,25 Millionen Euro investiert. Die Kosten teilen sich der Verband Region Stuttgart (300 000 Euro), das Land Baden-Württemberg (1,15 Millionen Euro) sowie Bund und Bahn (800 000 Euro).

Begonnen mit dem Umbau wurde in der zweiten Oktoberwoche. Damit die Einschränkungen für Fahrgäste geringer ausfallen, wird überwiegend nachts gearbeitet. Zudem nutzt die Bahn Umleitungen der S-Bahnen. Wegen des Einbaus neuer Weichen zwischen Zuffenhausen und Feuerbach fahren die S-Bahnen stadteinwärts teilweise über das Ferngleis. Um die Umbauten am Bahnsteig und den Einbau neuer Weichen zeitgleich umzusetzen, wurde vom für die Förderung zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart der vorzeitige Baubeginn genehmigt. Fertig werden soll der Bahnsteig am 5. November.

Für Stuttgart 21 wurden fünf Kilometer Schienen angeliefert

Ebenfalls weiter geht es mit den Arbeiten für Stuttgart 21. Am 12. Oktober wurden am Tunnel Feuerbach fünf Kilometer Schienen angeliefert. Dort startet nun der Gleisbau. „Wenn die ersten Schienen kommen, schlägt das Eisenbahnerherz höher. Mein Dank gilt allen, die hier mit Herz und Hand am Projekt arbeiten und die Mobilitätswende voranbringen“, sagt Olaf Drescher, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart – Ulm GmbH. Die Gleise wurden im Walzwerk Donawitz in Österreich hergestellt, nachts per Güterzug angeliefert und vormittags entladen. Jede der 120 Meter langen Schienen wiegt rund sieben Tonnen. Ab November beginnt die Montage im Tunnel. Ebenfalls vorgesehen ist eine Sanierung des Feuerbacher Bahnhofsgebäudes (wir berichteten). Sie soll voraussichtlich 2023 starten und ungefähr zwei Jahre dauern. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs stammt aus dem Jahr 1908, es soll unter dem Aspekt des Denkmalschutzes energetisch saniert und auf Vordermann gebracht werden.




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