Die Fantastischen Vier haben einen Auftritt im „Micky Maus Magazin“. Der soll zwar ihre Tour bewerben – ist aber netter geraten als ein bloßer Werbegag.

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)

Die Fantastischen Vier waren arg voreilig, als sie ihr Debütalbum 1991 „Jetzt geht’s ab“ nannten. Zugegeben, das wurde ein Hit, die Fanta 4 standen bald als wichtigste Band des deutschen Hip-Hop da, und Smudo, Thomas D, Michi Beck und And.Y haben in klugen Abständen einen Klassiker nach dem anderen geliefert. Aber so richtig ab geht es erst jetzt: Denn die Fanta 4 treten in der spannendsten Stadt der Welt vor dem buntesten Publikum überhaupt auf – in Entenhausen.

Im neuesten „Micky Maus Magazin“ (Heft 11/22) haben die Reimeschmiede allesamt Vogelschnäbel und frische Perspektiven. „Endlich werden wir populär!“, frohlockt die gefiederte Variante von Smudo. Ganz so glatt läuft das aber nicht. Der neue Manager der Band ist nämlich völlig unerfahren im Musikgeschäft, dafür aber noch geiziger, als er reich ist: Dagobert. Der in seinem Geldspeicher unzählbare Fantastilliarden Hortende mietet die schäbigste Bruchbude überhaupt für den Auftritt und steckt nicht einen Kreuzer (Entenhausens Gegenstück zum Cent) in Werbung. Also kommt erst mal niemand.

Jede Menge Anspielungen

Das Debakel möchten die Fanta 4 durch ein Musikvideo ausbügeln, was Dagobert mehr als schockiert: „Da müsste ich ja Personal anstellen und Reisekosten bezahlen.“ Dass Tick, Trick und Track den alten Knauserer dann mit dem Satz „Keine Sorge, die Jungs wollen keinen Tag am Meer“ beruhigen, ist nicht die einzige Anspielung auf Hits der Band in den Sprechblasen. In jedem zweiten Bild ist so ein Gag untergebracht, aber dieser ist besonders schön. Im Musikvideo „Tag am Meer“ aus dem Jahr 1993 rappen die Jungs sichtbar im Studio, Sonne, Meer und Badenixen kommen bloß aus der ganz einfachen Trickkiste.

Die Idee zu der zwölfseitigen Geschichte hatten Smudo und seine Tochter Amy, und natürlich soll der Ausflug nach Entenhausen für die reale, am 21. Mai in Hamburg startende, am 1. und 2. Juli auch nach Stuttgart führende „Für immer: 30 Jahre live“- Tour werben. Das ist aber nicht aufdringlich, sondern charmant gemacht. Schon weil die Fanta 4 hier ein Opfer der Erzintrigantin Gundel Gaukeley werden, die sich sogar mal in Smudo verwandelt. Aber das fliegt auf: Gundel hat die Moves nicht drauf.

Micky Maus Magazin 11/22. Egmont Ehapa. 52 Seiten plus 90 Seiten Comic-Beiheft, 4,50 Euro.

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