Stadtkind Stuttgart

HipHop Open: Oldie vs. Neuling Seite 3: "Das Line-Up ist nicht so tight"

Von Martin Elbert 

Robert Boeder war schon im Jahr 2000 auf dem Pragsattel dabei und stand seitdem, mit Ausnahme Mannheim, jedes Mal treu vor der Bühne. Nun macht der 36-jährige – vorerst zumindest – Schluss. 2013 verzichtet der 36-jährige auf das Festival. Das Line-Up spricht ihn nicht an. Objektiv kann er die Veränderungen aber nachvollziehen.

Warum gehst du dieses Jahr nicht aufs Open?
Das letzte Jahr hat mich schon nicht so geflasht. Beginner und Wu-Tang sind schon fett, aber der Rest des Line-Ups ist jetzt nicht so tight. Es wurde zwar über das letzte Jahr schon genug gebruddelt, aber die Organisation und der Sound waren so schlecht und das muss ich mir nicht mehr geben. Die Kolchose Show hat zwar einiges rausgerissen, aber ich bin halt ein alter Nostalgiker und somit leicht zu beeindrucken. Vielleicht lieg es aber auch daran, dass man mit 36 nicht zum fünften Mal die Beginner sehen muss.

Wie schon zum Bespiel im Jahr 2000 auf dem Pragsattel...
Yep, ich war schon beim ersten HipHop Open auf dem Pragsattel dabei - für mich immer noch das Beste. Location, Line-Up und alles drumherum waren sehr fein. Wenn man sieht, wie aus Jan Delay der massentaugliche SWR3-Dudelfunk Popstar geworden ist und Deichkind dicker im Geschäft sind als je zuvor, ist das schon krass.

Gab es für dich in all den Jahren den Auftritt schlechthin oder der Moment überhaupt?
Gar net so einfach, weil die Jahre irgendwie verschwimmen und ich nicht so romantisch bin. Ziemlich fett fand ich LL Cool J (auf der Waldau 2001, d. Red.) und Cypress Hill (im Reitstadion 2004, d. Red.).

Es gibt einige Menschen, die gerne in eine Früherwarallesbesser-Heulerei verfallen. Früher war es aber nur anders. Was für Unterschiede siehst du zu den frühen Open und zu den heutigen?
Genau und es war auch nicht unbedingt besser. Rückblickend waren die Open viel einseitiger und sowieso – gefühlt zumindest - jedes Jahr die gleichen Künstler am Start. Von daher tat es dem Festival auf jeden Fall gut, internationale Gäste einzuladen und sich zu öffnen bzw. zu verändern. Ein Jan Delay mit Band schafft es auch ein Hip-Hop-Festival rocken. Was bei mir persönlich halt gar nicht geht sind z.B. Culcha Candela oder Clueso, aber das ist einfach Geschmackssache. Letztes Jahr hat sich, so meine Theorie, dank Acts wie mit Wiz Khalifa, Mac Miller und Cro, die Alters- und Publikumsstruktur schon verändert. Ich glaube aber, die Veränderung braucht es auch, um neues und jüngeres Publikum zu gewinnen.