Stadtkind Stuttgart

HipHop Open: Oldie vs. Neuling Oldie vs. Neuling

Von Martin Elbert 

Nur noch wenige Tage bis zum HipHop Open! Das Stadtkind beleuchtet in dieser Woche das Festival aus verschiedenen Blickwinkeln. Heute gibt's ein paar Meinungen von Stammbesuchern und solchen, die das Fieber erst gepackt hat.

Waren im vergangenen Jahr zum ersten Mal dabei: Anna, Shirin, Lara. Foto: StZ 3 Bilder
Waren im vergangenen Jahr zum ersten Mal dabei: Anna, Shirin, Lara. Foto: StZ

Stuttgart - Das HipHop Open spricht viele Menschen unterschiedlichen Alters an. Manche sind seit dem ersten Festival im Jahr 2000 dabei, die anderen besuchen das Open zum ersten oder zweiten Mal Stadtkind hat zum Countdown ein paar Stimmen eingefangen.

Heiko Grelle ist mit 49 Jahren wahrscheinlich einer der ältesten Besucher überhaupt und damit einer der besten Beweise dafür, dass HipHop der Lebenssoundtrack für die Ewigkeit sein kann. Und im Gespräch mit Stadtkind beweist er, dass die „Alten“ nicht zwingend an früher hängen und genauso an neuen Beats interessiert sind. Er liebt die Weiterentwicklung, meint Heiko.

Wann warst du zum ersten mal auf einem Open?
2001 auf der Waldau - wow, ist das lange her! Und danach einige Male im Reitstadion und natürlich auch letztes Jahr, beim großen Comeback in Stuttgart.

Gab es in all den Jahren ein tollstes, bestes schönstes Erlebnis, also vielleicht der beste Auftritt?
Als alter Samy-Deluxe-Fan fand ich natürlich alle seine Auftritte super. Den kann ich einfach immer sehen und hören. Egal ob Freundeskreis oder Blumentopf, es waren so viele gute Acts und viele gute Momente dabei. Cypress Hill hab ich damals auch ziemlich abgefeiert. Aber ich stehe schon voll auf deutschen HipHop.
Gänsehaut pur war natürlich letztes Jahr, als die komplette Kolchose nochmals zusammen auf der Bühne stand. Besser gesagt, der ganze Tage war einfach Hammer, angefangen mit Cro bis eben zum fetten Finale. Ich stand auf der Tribüne und musste fast weinen. Dazu kamen auch noch ein paar private, unglaublich schöne Details.

Es gibt einige Menschen, die gerne in eine Früherwarallesbesser-Heulerei verfallen. Früher war es nur anders. Was für Unterschiede siehst du zwischen den frühen Open und den heutigen?
Ich gehöre definitiv gar nicht zu den "Früher war alles besser"-Leuten. Ich liebe zwar den alten deutschen Shit, aber ich kann mich auch mit den neuen Sachen anfreunden. Ich liebe die Weiterentwicklung. Es sind immer viele alte Roots und bestimmte Künstler dabei, die sich wie ein roter Faden durchziehen, aber das Festival bietet immer Raum für neues und Weiterentwicklung.
Klar komme ich mir im Publikum manchmal etwas deplatziert vor, aber es ist immer noch mein Ding vorne an der Bühne zu stehen. Auch wenn ein Cro inzwischen teilweise von der (alten) Szene zerrissen wird, finde ich seinen Durchbruch bewundernswert, seine Melodik geil und sein Auftritt letztes Jahr um 13:00 (!) Uhr verdient allen Respekt. Wiz Khalifa und Mac Miller haben mir ebenso gut gefallen. Für dieses Jahr hätte ich mir übrigens ganz gerne Macklemore gewünscht (lacht).

Der kommt aber leider nicht. Wie spricht dich dieses Jahr das Line-Up an? Kennst du alle Acts? Auf welchen freust dich dich am meisten?
Genau deshalb freu ich mich tierisch auf auf das diesjährige Festival. Natürlich werde ich die Beginner, Blumentopf und Wu-Tang abfeiern. Genauso gespannt bin ich auf Sam, Leftboy oder Marteria – gerade nach seinem sensationellen Auftritt als Marsimoto im letzten Jahr – sowie auf alle anderen Künstler, die ich jetzt nicht explizit nenne.




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