Hirnforschung Das Geheimnis des menschlichen Schlafs

Von Kerstin Viering 

Schlaf
Noch immer ist nicht ganz klar, warum Menschen und viele Tiere schlafen. Offenbar erfüllt dieser Ruhezustand eine Reihe von Funktionen, die noch nicht bis ins Detail geklärt sind. Nachgewiesen sind zum Beispiel Einflüsse auf das Immunsystem, die Wundheilung und verschiedene Stoffwechselprozesse.

Gedächtnis
Auch die Gedächtnisbildung funktioniert nicht ohne Schlaf. Anders als früher vermutet, findet diese nicht während des REM- oder Traumschlafes statt, sondern nur im Tiefschlaf. Gerade diese Schlafphase aber ist beim Menschen sehr ausgeprägt: Junge, gesunde Erwachsene verbringen 20 bis 25 Prozent der Nacht in diesem Zustand, mit dem Alter nimmt der Anteil allerdings ab. Trotzdem verbringen auch ältere Menschen deutlich ruhigere Nächte als viele andere Säugetiere. Ratten zum Beispiel sind sehr unruhige Schläfer, die nur für wenige Minuten im Tiefschlaf versinken und zwischendurch sehr häufig aufwachen.

Tiefschlaf
Forscher vermuten, dass der Mensch zumindest einen Teil seiner intellektuellen Fähigkeiten und seiner Lernfähigkeit seinem ungewöhnlich tiefen Schlaf verdankt. So ist diese Phase etwa beim Spracherwerb wichtig: Nur im Schlaf lernen 9 bis 16 Monate alte Kinder, Kategorien zu bilden – etwa Äpfel, Birnen und Kirschen gedanklich als Obst einzuordnen.