Historische Daimler-Lkw Der Tausendfüßler zieht um

Der Tausendfüßler aus 1960 ist legendär: Beide Vorderachsen sind lenkbar. Foto: Gottfried Stoppel
Der Tausendfüßler aus 1960 ist legendär: Beide Vorderachsen sind lenkbar. Foto: Gottfried Stoppel

Mit der Aufspaltung des Daimler-Konzerns gehen auch das Archiv und die Sammlung historischer Nutzfahrzeuge eigene Wege. Ein erster Tross an Sammlerstücken macht sich auf die Reise nach Wörth.

Korrespondenten: Markus Grabitz (mgr)
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Stuttgart - In wenigen Tagen geht ein langes Kapitel Stuttgarter Automobilgeschichte zu Ende. 125 Jahre lang wurden Lastwagen mit dem Stern im Kühlergrill unter dem Dach des Daimler-Konzerns gebaut, dessen prestigeträchtigste Produkte aber die Pkw sind. Wenn jetzt die Lastwagen-Sparte abgespalten wird, dann ist das eine Operation, bei der vor allem die Kapitalmärkte im Blick sind: Getrennt, so die Erwartung, erzielen die beiden Sparten höhere Werte an der Börse als in der bisherigen Form als Mischkonzern.

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Mit der symbolischen Überführung von Akten zum Bus- und Lkw-Geschäft sowie einem ersten Tross von legendären historischen Nutzfahrzeugen aus Stuttgart hin zum Stamm-Werk der Lkw-Sparte nach Wörth wurde jetzt die Aufspaltung in zwei selbstständige Unternehmen anschaulich gemacht. Ein Konvoi aus Tiefladern ging auf die Reise. Mit dabei ein Mercedes Benz LP 333 aus dem Baujahr 1960 – der wegen der zwei lenkbaren Vorderachsen Tausendfüßler genannt wird. Bei nasskaltem Herbstwetter und unter Anteilnahme von etlichen Autoliebhabern wurde auch ein Panoramabus von 1962, ein 1937er L 1500 mit Holzvergaser, und ein Unimog aus dem Jahr 1946 (Gebrüder Böhringer) verladen.

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Die historische Sammlung umfasst 130 Nutzfahrzeuge sowie Aggregate, Teile und Zubehör. Das Archiv war auf einer Länge von über 2000 Regal-Metern auf mehreren Ebenen verteilt. Dazu gehören auch 2600 Filmrollen und 600 Magnetbänder mit über 1000 Stunden an Bewegtbild. Die historischen Nutzfahrzeuge werden künftig an den Standorten ausgestellt, das Archiv wird in Wörth aufbewahrt. Sven Gräble, Chef des weltweiten Produktionsnetzwerkes der Lkw-Sparte, sagte bei Entgegennahme der Stücke in Wörth: „Auch wenn Daimler Truck seine eigenen Wege geht – wir teilen mit den Pkw-und Lieferwagenkollegen eine gemeinsame Geschichte voller Pioniergeist, Ideenreichtum und Mut zu neuen Ideen.“ Das Mercedes-Benz-Museum in Untertürkheim bleibt der Anlaufpunkt, wo historische Busse und Lastwagen ausgestellt werden.

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