Hitze in Baden-Württemberg Umweltverbände fordern Drosselung von Kraftwerken

Von red/dpa/lsw 

Konventionelle Kraftwerke tragen durch ihr Kühlwasser zur Erwärmung der Flüsse bei. Unter hohen Temperaturen und damit verbundenen niedrigen Sauerstoffwerten leiden Fische und andere Tiere.

Der BUND forderte Umweltminister Franz Untersteller auf, die Ausnahmegenehmigungen für Atom- und Kohlekraftwerke zum Weiterbetrieb bei Wassertemperaturen von mehr als 28 Grad zurückzunehmen. Foto: dpa
Der BUND forderte Umweltminister Franz Untersteller auf, die Ausnahmegenehmigungen für Atom- und Kohlekraftwerke zum Weiterbetrieb bei Wassertemperaturen von mehr als 28 Grad zurückzunehmen. Foto: dpa

Stuttgart - Angesichts hoher Wassertemperaturen in den Flüssen Baden-Württembergs fordern Umweltverbände, die Kraftwerke zu drosseln. Konventionelle Kraftwerke tragen durch ihr Kühlwasser zur Erwärmung der Flüsse bei. Unter hohen Temperaturen und damit verbundenen niedrigen Sauerstoffwerten leiden Fische und andere Tiere wie Muscheln.

Der BUND forderte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Dienstag auf, die Ausnahmegenehmigungen für Atom- und Kohlekraftwerke zum Weiterbetrieb bei Wassertemperaturen von mehr als 28 Grad zurückzunehmen. Die Betreiber der Kraftwerke in Karlsruhe und Mannheim am Rhein sowie in Stuttgart, Neckarwestheim, Heilbronn und Altbach am Neckar hatten Ende Juli solche Ausnahmegenehmigungen beantragt.

Der BUND verwies auf Fischsterben im Hochrhein und in der Mosel

Die Temperatur des Rheins betrug am Dienstagvormittag bei Karlsruhe 26,7 Grad. Stromaufwärts waren die Temperaturen niedriger. Der Sauerstoffgehalt war mit Werten zwischen 8 und 9 Milligramm je Liter deutlich oberhalb der für Fische kritischen Marke von 4 Milligramm. Der Neckar war zwischen 26 und 27 Grad warm mit Sauerstoffwerten zwischen 5,1 und 7,6 Milligramm. Wassertemperaturen über 28 Grad gelten als kritisch für Fische. Manche Arten reagieren auch schon früher empfindlich.

Nach Angaben des Energieministeriums wurden die Ausnahmegenehmigungen nur in Einzelfällen kurzfristig genutzt. An Rhein und Neckar habe sich kein ökologischer Schaden gezeigt.

Der BUND verwies auf Fischsterben im Hochrhein und in der Mosel. Bei Heilbronn habe ein Fischereiverein tote Karpfen aus dem Neckar gezogen. „Die Kraftwerke weiter laufen zu lassen und auf Regen am Donnerstag zu hoffen, ist ein verantwortungsloses Glücksspiel“, kritisierte BUND-Referent Gottfried May-Stürmer. „Das kann gut gehen, aber es kann auch daneben gehen.“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kündigte an, die Ausnahmegenehmigungen rechtlich überprüfen zu lassen und nannte sie ein Desaster für den Naturschutz.