Hitze in Stuttgart Aussagen im Klima-Ausschuss verblüffen

Temperaturanzeige aus dem vergangenen Sommer 2022 am Stuttgarter Schlossplatz Foto: /Leif Piechowski

Wird dramatisiert, wenn Stuttgart das Schicksal als heißeste Stadt Deutschlands prophezeit wird? Vielleicht, aber darauf kommt es nicht an, kommentiert unsere Autorin.

Klima & Nachhaltigkeit: Judith A. Sägesser (ana)

Ob Stuttgart wirklich zur heißesten Stadt Deutschlands wird, wie beispielsweise die Stadträtin Lucia Schanbacher (SPD) sagte, weiß heute tatsächlich noch keiner. Die Zukunft kennt niemand. Oder wer hätte vor vier Jahren gedacht, dass eine Pandemie alles umkrempelt? Wer hätte vor zwei Jahren gewusst, dass Europa in Kriegswirren gerät? Trotz dieser Unwägbarkeiten lässt sich über die Zukunft dann allerdings doch etwas sagen: Jede und jeder der heute Lebenden hat es bereits mit dem Klimawandel zu tun – und das wird in Zukunft nicht besser.

 

Stuttgart sitzt in der Kessel-Falle, wenn die Sommer heißer werden. Selbst wenn es der Landeshauptstadt gelingen sollte, bis 2035 treibhausgasneutral zu sein, selbst wenn die ganze Welt nun zügig auf einen klimafreundlichen Pfad umschwenkt, werden Städte nicht um Anpassung herumkommen. Die Altlasten in der Atmosphäre sind zu groß.

Wie die Antwort auf die Sizilien-Frage lauten könnte

Die Aussage des Freien-Wähler-Stadtrats Konrad Zaiß, das Wetter werde sich schon wieder ändern, verblüfft vor dem Hintergrund der Berichte des Weltklimarats. Wie denn erst die Sizilianer in Zukunft leben sollen, wenn das alles stimme, fragte Zaiß. Es ist hart, an sich heranzulassen, dass die Antwort darauf lauten könnte: nicht auf Sizilien, weil es dort zu heiß geworden ist.

Wer heute Entscheidungen trifft, sollte sich eingestehen, worum es im Kern geht. Klimaschutz und Klimaanpassung sind zwei Seiten derselben Medaille, und sie verfolgen dasselbe Ziel: den Menschenschutz.

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