Hoch zu Ross Kim Jong Un reitet wieder auf den heiligen Berg

Den Ausritt zum Berg Paektu habe Kim mit seiner Frau und anderen Funktionären unternommen. Foto: AFP/STR
Den Ausritt zum Berg Paektu habe Kim mit seiner Frau und anderen Funktionären unternommen. Foto: AFP/STR

In weniger als acht Wochen reitet Kim zum zweiten Mal ein weißes Pferd auf einen heiligen nordkoreanischen Berg. In Nordkorea hat eine solche Handlung viel zu bedeuten - in der Regel trifft Kim danach strategisch wichtige Entscheidungen.

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Seoul - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist binnen weniger Monate erneut auf einem weißen Pferd auf den höchsten Berg der koreanischen Halbinsel geritten. Den Ausritt zum Berg Paektu habe Kim mit seiner Frau und anderen Funktionären unternommen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Sie veröffentlichte Fotos, die den Machthaber und seine Entourage hoch zu Ross zeigten.

Schon in der Vergangenheit zog es Kim vor wichtigen Entscheidungen zum schneebedeckten Berg Paektu, zuletzt im Oktober ebenfalls zu Pferde. Der Gipfel sowie weiße Pferde werden in Nordkorea mit der Dynastie der Kim-Familie in Verbindung gebracht. Die regierende kommunistische Partei werde noch in diesem Monat ein Treffen des Zentralkomitees abhalten, meldete KCNA außerdem. Dabei sollten nicht näher genannte „wichtige Themen“ erörtert werden, die mit der „veränderten Situation im In- und Ausland“ zu tun hätten.

Atomverhandlungen stehen seit Monaten still

Kim hat der US-Regierung ein Ultimatum gestellt: Bis Jahresende solle Washington neue Vorschläge zur Wiederbelebung der stockenden Atomgespräche vorlegen. Die Vereinigten Staaten werden nach Einschätzung vieler Experten aber wohl kaum neue Vorschläge machen, die Nordkorea zufriedenstellen. Die Atomverhandlungen stehen seit Monaten still - Nordkorea will eine deutliche Lockerung der Sanktionen im Gegenzug für eine teilweise Abrüstung erreichen.

Am Dienstag in London rief US-Präsident Donald Trump den Machthaber auf, mit dem Versprechen der nuklearen Abrüstung weiterzumachen. Zwar sei seine Beziehung zu Kim sehr gut, aber das bedeute nicht, dass dieser sich an die Vereinbarung halte, abzurüsten. „Wir haben jetzt das mächtigste Militär, das wir je hatten und wir sind bei Weitem das mächtigste Land der Welt, und hoffentlich müssen wir das nicht einsetzen. Aber wenn wir müssen, werden wir es tun.“ Außerdem nutzte Trump erneut einen Begriff aus dem Jahr 2017, als er und Kim sich einen rhetorischen Schlagabtausch geliefert hatten: Kim „mag es, Raketen hochzuschießen, nicht wahr? Deshalb nenne ich ihn Raketenmann.“




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