Hochdorfer Klimaherbst Fotovoltaik und Hochwasserschutz

Auf dem Dach des Jugendhauses ist seit vielen Jahren eine Fotovoltaikanlage in Betrieb. Bürgermeister Gerhard Kuttler (rechts) warb dafür, auch Privathäuser energietechnisch aufzurüsten. Foto: /Katja Eisenhardt

Vom Dach des Hochdorfer Rathauses fließt bereits Sonnenstrom, auch das Jugendhaus hat eine Fotovoltaikanlage. Was die Gemeinde in Zukunft tun möchte, erklärte Bürgermeister Gerhard Kuttler bei einem Klima-Spaziergang.

Hochdorf - Noch bis zum 13. November finden in Hochdorf verschiedene Veranstaltungen rund um die Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umwelt statt. Den Auftakt machte ein Ortsrundgang mit Bürgermeister Gerhard Kuttler unter dem Motto „Klimaschutz und Klimawandel“. Startpunkt für die rund 30 Teilnehmer – darunter Vertreterinnen und Vertreter der fünf Gemeinderatsfraktionen – war das Hochdorfer Rathaus.

 

„2022 werden wir unser Ortsentwicklungskonzept mit Bürgerbeteiligung fortschreiben. Dabei soll ein Schwerpunkt auf dem Klimaschutz liegen“, erklärte Kuttler. Bereits in den vergangenen Jahren sei die Gemeinde nicht untätig gewesen. So befindet sich seit 2016 auf dem Dach des im Zuge der Rathaussanierung neu gebauten Sitzungssaales eine Fotovoltaikanlage. Pro Jahr generiert diese einen Ertrag von 8794 Kilowattstunden, etwas mehr als die Hälfte davon verbraucht die Gemeindeverwaltung selbst, der Rest wird ins Netz eingespeist. Jährlich können durch die PV-Anlage auf dem Sitzungssaal 5268 Kilogramm an CO2-Emissionen vermieden werden. Schon vor der Renovierung des Rathauses habe die Gemeinde auf Ökostrom umgestellt.

Strom vom Dach des Jugendhauses

In den kommenden Jahren soll zudem die Breitwiesenhalle saniert und energetisch aufgewertet werden. Die Heizungssteuerung wurde bereits optimiert. Auch hier ist die Ausstattung mit einer PV-Anlage Thema, erklärte Kuttler, als die Gruppe an der benachbarten Breitwiesenhalle, -schule und dem Jugendhaus angekommen ist. „Auf dem Jugendhausdach und jenem der Schulaula wurden vor einigen Jahren bereits Bürger-Solarstromanlagen durch die ‚e21 Energiegruppe e.V.’ errichtet. Ein Großteil des von beiden Anlagen produzierten Stroms wird ins Netz eingespeist.“

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Auf dem Schulhausdach gebe es theoretisch noch Erweiterungsmöglichkeiten in Sachen PV-Anlage, bestätigte Kuttler auf Nachfrage aus den Teilnehmerreihen. Zudem kam die Anregung, über Fotovoltaik auf dem Dach des Vereinsheims auf dem Sportgelände Aspen nachzudenken, ebenso wie über eine E-Ladestation.

Straßen werden mit LED-Technik beleuchtet

Grundsätzlich könne sich jeder Bewohner des Sanierungsgebiets in der Ortsmitte über die Förderoptionen einer energetischen Sanierung informieren. Bis zu 30 000 Euro seien hier möglich. „Jeder kann seinen kleinen Beitrag leisten, um das Klima zu entlasten. Dazu gehören im Privaten etwa eine eigene PV-Anlage, die Umstellung auf eine neue Heizungsart oder auch eine neue Dachdämmung“, nannte der Schultes Beispiele. Deutlich mehr als 60 Prozent an Strom spare die Gemeinde zudem bei ihrer Straßenbeleuchtung ein, die in den letzten Jahren weitgehend auf energiesparende LED-Technik umgerüstet wurde.

Ein weiteres aktuelles Thema beim Klima- und Umweltschutz ist der Ausbau der Radwege. Die Sanierung des Wegs in Richtung Roßwälden sei bereits in Planung. Zwei RegioRad-Stationen sind kurz vor der Inbetriebnahme. „Richtung Notzingen möchten wir einen Radschutzstreifen, Richtung Reichenbach und Plochingen soll der vorhandene Fußweg zum Radweg entlang der Landesstraße 1201 mit Anschluss an den Radschnellweg im Fils- und Neckartal ausgebaut werden. Hier werden im nächsten Jahr aber noch keine Bagger anrücken, diese Planung ist etwas umfangreicher“, so Kuttler.

Tempo 30 im gesamten Ort

Schon länger ist eine verbesserte Taktung des ÖPNV Thema, die Zuständigkeit liege aber beim Landratsamt. Ebenfalls seit geraumer Zeit steht der Wunsch nach einer Ausweitung des derzeit nur in Teilen geltenden Tempo 30 auf den gesamten Ort auf der Agenda. Auf der Hauptstraße Richtung Roßwälden habe man durch die dort angesiedelte Amalien-Residenz der Evangelischen Heimstiftung nun eventuell bessere Chancen. „Da scheiden sich die Geister, ob bei Tempo 30 tatsächlich weniger Schadstoffe ausgestoßen werden, zumindest aber wäre es für die Lärmminderung förderlich“, sagte der Rathauschef.

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Ein weiterer wichtiger Punkt, über den die Gruppe mehr am Talbach erfährt, ist der Hochwasserschutz der Gemeinde. Angesichts von zunehmendem Starkregen besteht hier weiterer Handlungsbedarf. Zwar gibt es ein Frühwarnsystem dank zwei Pegelmessanlagen (NOYSEE), zumindest ein Regenrückhaltebecken ist bereits gebaut, Regenwasserkanäle wurden ausgebaut. Das reicht aber noch nicht. Die Renaturierung und Aufweitung des Talbachs im Teilen des Uferbereichs von der Brücke beim Caféle und jener bei der Feuerwehr zählt als ein künftiger Baustein in Sachen Hochwasserschutz zum Gesamtkonzept der Umgestaltung des Breitwiesenareals. Auch der Hochdorfer Wald wird nach und nach an die klimatischen Veränderungen angepasst. So gab und gibt es immer wieder Neupflanzungen mit resistenteren Sorten.

Der Hochdorfer Klimaherbst

Veranstaltungen
 Auf der Website der Gemeinde Hochdorf mit der Adresse: www.hochdorf.de findet man unter der Rubrik „Rathaus News“ alle Details zu den einzelnen Veranstaltungen, die während des „Hochdorfer Klimaherbstes 2021“ für Kinder und Erwachsene angeboten werden.

Klimaschutzagentur
Unter dem Motto „Hochdorf ... für ein gutes Klima!“ ist zudem eine größere Veranstaltung im Frühjahr des kommenden Jahres vorgesehen. Bei dieser Veranstaltung sollen noch mehr örtliche Organisationen sowie die neue Klimaschutzagentur des Landkreises eingebunden werden.

Förderung
Informationen zu den Themenbereichen Klima und Umwelt, Energie und Wirtschaft - den zugehörigen Landesprogrammen und Fördermöglichkeiten findet man auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: www.um.baden-wuerttemberg.de  

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