Hochschul-Bewerber Universität stellt Rekord ein

Von Kirsi-Fee Rexin 

13 000 Bewerber wollen an der Uni Hohenheim studieren, nur 3000 werden tatsächlich auch einen Platz an der Hochschule bekommen. Der Andrang bringt das Sekretariat an seine Grenzen. Doch auch der Platz für Lehrveranstaltungen droht knapp zu werden.

  Foto: Archiv Zweygarth
  Foto: Archiv Zweygarth

Die Universität Hohenheim hat den Rekord aus dem vergangenen Jahr eingestellt. 13 000 Abiturienten haben sich um einen Platz an der Hochschule beworben. Damit übersteigt die Zahl der Bewerbungen die Zahl der Studienplätze bei weitem. Nur etwa 3000 werden einen Platz bekommen. Seit der Gründung der Universität hat sich die Anzahl der Anwärter Jahr für Jahr erhöht. Landesweit ist keine Hochschule in den vergangenen Jahren so stark gewachsen wie die Universität Hohenheim. Mit dem Motto „2012- Gemeinsam wachsen“ hat das Jahresthema den Trend der Universität im Kern getroffen.

Film- oder Popstars kennen die Situation, mit Post überhäuft zu werden. Und Anita Gedaschke. Sie ist die Leiterin des Hohenheimer Studiensekretariats. Zusammen mit sieben Mitarbeitern kümmert sie sich um die Verwaltung. Da die Bewerbungen an der Universität übers Internet eingereicht werden und in Form einer Mail im Computerpostfach liegen, ist der Aufwand nicht allzu groß. „Die eigentliche Arbeit beginnt mit dem Zusenden der Antworten und dem Einschreiben“, sagt Anita Gedaschke.

3000 Umschläge mit Unterlagen

Wenn die künftigen Studenten anhand eines Punkteprogramms am Computer ermittelt sind, müssen sie ihre Zeugnisse und Praktika-Nachweise zur Kontrolle an das Sekretariat schicken. Und die kommen alle mit der Post. Die Papierflut nimmt vor allem zum Einschreibetermin zu Beginn der nächsten Woche rapide zu. Da sei der Tisch dann schon mal mit Briefen überhäuft, sagt Gedaschke. Insgesamt 3000 Umschläge mit Unterlagen müssen geöffnet, sortiert und kontrolliert werden. Zusätzlich fällt das normale Tagesgeschäft an.

Trotz gründlicher Organisation ist die Arbeit nicht ohne zusätzliche Aushilfen zu bewältigen. Dennoch leide das Privatleben nicht darunter. „Ich arbeite schon 20 Jahre lang in meinem Beruf, und man stellt sich darauf ein. Auch die Kollegen wissen, dass es zu dieser Zeit mehr zu tun gibt“, sagt Gedaschke. Überstunden sind zwar nicht erwünscht, müssen aber doch gemacht werde. „Wochenenddienste gab es aber bisher noch nie“, sagt die Sekretariatsleiterin.

Zahl der Studierenden steigt weiter

Ob das in den kommenden Jahren so bleiben wird, ist fraglich. „Auch für die Zukunft gehen wir davon aus, dass die Zahl der Studierenden weiter steigen wird“, sagt Stephan Dabbert, der Rektor der Universität. Deshalb sollen 17 zusätzliche Professuren eingerichtet werden. Die Suche nach geeignetem Personal läuft. Das behebt aber nicht die Platzprobleme der Universität. Im vergangenen Semester hockten etliche Studenten auf den Treppen in den Vorlesungsräumen. Von Herbst an könnte selbst dort kein Platz mehr sein. Auch auf den Parkplätzen geht es eng zu, ebenso in der Bibliothek oder in der Mensa. Die Entwicklung der vergangenen Jahre spricht dafür, dass bereits im Herbst 10 000 Studierende in Hohenheim unterwegs sein könnten. Eine Erschwernis, die nur mit einem Ausbau zu lösen ist. Die Unileitung und das Wirtschaftsministerium sind sich dessen bewusst. So soll nicht nur die Mensa erweitert werden, sondern auch das Biogebäude soll einen Anbau erhalten. Dass beides gebaut wird, bestätigte kürzlich der baden-württembergische Finanzminister Nils Schmid.

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