Bei der symbolischen Zeremonie wurden verschiedene Glücksbringer in eine sogenannte Zeitkapsel gelegt, die wiederum in einem der neuen Gebäude eingemauert werden soll. Unter anderem befindet sich eine aktuelle Eßlinger Zeitung, eine Liste aller Professorinnen und Professoren sowie Beschäftigten der Esslinger Hochschule und eine Urkunde über die Grundsteinlegung in der Plombe. „Die Grundsteinlegung soll dafür sorgen, dass auch der weitere Bauablauf unfallfrei vorangeht“, erklärte Finanzstaatssekretärin Gisela Splett.
Bislang läuft offenbar alles nach Plan
Bislang läuft offenbar tatsächlich alles nach Plan, sowohl finanziell als auch zeitlich. Wenn nichts dazwischen kommt, können im Jahr 2025 alle Fakultäten auf den neuen Campus ziehen, die bislang am Standort Flandernhöhe untergebracht sind. Dazu gehören neben der Fakultät Soziale Arbeit, Bildung und Pflege auch die Informatik und Informationstechnik sowie der Esslinger Teil der Fakultät Wirtschaft und Technik. Auch das Lehrerseminar und die zentrale wissenschaftliche Einrichtung „International Centre and Graduate School“ sollen in die Weststadt wechseln. Die technischen Bereiche der Hochschule hingegen bleiben weiterhin am Campus Stadtmitte.
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Auf dem rund 1,7 Hektar großen Grundstück zwischen Bahngleisen und Stadtwerke-Areal entstehen in einem ersten Bauabschnitt vier fünfgeschossige Gebäude, die sich um einen Innenhof gruppieren. Die Fläche des zweiten Bauabschnitts steht für eine mögliche spätere Erweiterung des Campus zur Verfügung, soll aber zunächst als Erholungsfläche genutzt werden. Bauherr des auf 146 Millionen Euro taxierten Hochschulprojekts ist das Land Baden-Württemberg. Im Rahmen eines Grundstückstauschs wurde es zum Eigentümer der Flächen in der Neuen Weststadt und trat im Gegenzug das frei werdende Areal an der Flandernstraße an die Stadt ab. Diese will dort ein nachhaltiges Stadtquartier für Wohnen und Arbeiten entwickeln. Im kommenden Jahr werde man sich intensiv mit der Planung dafür beschäftigen, versprach Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Das passe zum Thema Klimaneutralität, das man für 2022 ganz oben auf der Agenda habe.
Nachhaltigkeit spielt große Rolle bei neuem Campus
Dieses Thema habe man auch beim neuen Hochschulcampus im Blick, sagte Staatssekretärin Splett: „Wir setzen bei einem der größten Bauprojekte des Landes auf eine nachhaltige Bauweise.“ Zudem solle der Wärmebedarf des neuen Hochschulareals aus regenerativen Quellen gedeckt sowie das rund 7000 Quadratmeter große Dach der Hochschule mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet und begrünt werden.
Der Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Hans J. Reiter, sagte: „Wir freuen uns, dass die Hochschule im Stadtzentrum zusammenrückt.“ Das sieht man auch in Esslingen so. Zumal OB Klopfer betonte: „Die Ansiedlung der Hochschule ist für die Stadt ein weiterer Meilenstein in der Transformation der alten Weststadt als historisches, gründerzeitliches Gewerbegebiet hin zum urbanen, lebendigen Stadtquartier.“
Christof Wolfmaier, Rektor der Hochschule Esslingen, erklärte: „Das Bauprojekt ist ein Bekenntnis des Landes zum Hochschulstandort Esslingen.“ Mit dem neuen Campus könne seine Einrichtung ihrem Bildungsauftrag noch besser nachkommen. Das sei wichtig: „Nur mit den besten Köpfen lassen sich akademische Fachkräfte ausbilden, die den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen sind.“ Er hoffe aber, dass der Campus nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch des Studentenlebens werde.
Mammutprojekt mit langem Vorlauf
Bauvorhaben
Der Bau des neuen Hochschulcampus in der Weststadt ist aktuell eines der größten Bauprojekte des Landes. Die Planungen für das Mammutprojekt wurden bereits im Jahr 2016 aufgenommen, im September 2020 war Baubeginn. Inzwischen sind die Arbeiten am Fundament schon weit fortgeschritten. Im Untergeschoss sind bereits Bodenplatten sowie einige Wände vorhanden. Bis der Rohbau steht, dauert es jedoch voraussichtlich noch etwa ein Jahr. 2025 sollen die Gebäude bezugsfertig sein.
Hochschule
An der Hochschule Esslingen lehren 240 Professorinnen und Professoren, zudem sind dort etwa 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. An den sechs Fakultäten mit insgesamt 28 Bachelor- und 14 Masterstudiengängen lernen aktuell rund 6500 Studierende. Der neue Campus ist für 1800 Studierende konzipiert, zudem werden hier rund 250 Arbeitsplätze eingerichtet.