Hochschule Esslingen In der Weststadt wächst der neue Campus
Obwohl der Bau der vier viergeschossigen Gebäude auf dem früheren Güterbahnhofareal zügig voran geht, startet der Hochschulbetrieb dort erst im Herbst 2025.
Obwohl der Bau der vier viergeschossigen Gebäude auf dem früheren Güterbahnhofareal zügig voran geht, startet der Hochschulbetrieb dort erst im Herbst 2025.
Auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs in der Esslinger Weststadt wird mit Hochdruck gearbeitet. Dort entstehen derzeit die Gebäude für den neuen Campus der Hochschule Esslingen. Er ersetzt den Hochschulstandort in der Flandernstraße, wo ein neues Wohngebiet entwickelt werden soll. Der neue Campus, der auf einer Fläche von 13 700 Quadratmetern zwischen der Bahnlinie und dem Areal der Stadtwerke in der Weststadt in die Höhe wächst, soll rund 146 Millionen Euro kosten und Platz für 2000 Studenten bieten, 250 Arbeitsplätze entstehen. Der Betrieb in den vier viergeschossigen Gebäuden mit einer Nutzfläche von 19 600 Quadratmetern soll im Oktober 2025 starten. Auf einer Erweiterungsfläche von 5000 Quadratmetern kann in einigen Jahren angebaut werden.
„Eine neue Hochschule baut man nicht alle Tage, und das hier ist eines der größten Hochschul-Bauprojekte des Landes überhaupt“, sagt Corinna Bosch, die Leiterin des staatlichen Amts für Vermögen und Bau in Ludwigsburg, mit einem zufriedenen Blick auf das emsige Treiben auf einer Baustelle mit beeindruckenden Ausmaßen. Die Gebäude werden sich um einen grünen und baumbestandenen Innenhof gruppieren, über ein gemeinsames Untergeschoss und mit Arkaden verbunden sein. „Die Stadtmitte und der Bahnhof sind nah, es wird einen regen Austausch zwischen Stadt und Campus geben. Wir werden mit dem Bau ein lebendiges Stück Stadt entwickeln. Da ist jeder Euro gut investiertes Geld“, sagt Bosch.
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Die Fassaden der Gebäude werden mit Klinker ausgeführt. Sie spiegelten die Backsteinästhetik der benachbarten Gebäude aus der Zeit der Industrialisierung wider, sagt die Projektleiterin Simone Graf vom Amt für Vermögen und Bau. Innenleben und Versorgung haben indes mit dem 19. Jahrhundert nichts zu tun. „Wir haben Passivhausqualität, eine hocheffiziente Lüftung mit Wärmerückgewinnung und nutzen die Abwärme der IT-Zentrale. Damit erhalten wir ein Drittel des Heizwärmebedarfs“, so Graf.
Die anderen zwei Drittel liefert ein Nahwärmenetz der Green Hydrogen Esslingen, die die Weststadt mit Abwärme versorgt, die bei der Umwandlung regenerativ erzeugten Stroms in grünen Wasserstoff entsteht. Zudem werden die Gebäude extensiv begrünte Dachflächen mit Retentionsfunktion und eine Fotovoltaikanlage mit einer Fläche von insgesamt 7000 Quadratmetern erhalten.
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Wie Markus Tritschler, Prorektor Gebäude und Infrastruktur an der Hochschule Esslingen, erläutert, werden in den neuen Hochschulgebäuden die Fakultäten Wirtschaft und Technik, Informatik und Informationstechnik sowie Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege Platz finden. Neben Hörsälen und Seminarräumen werden Büros, die Studienberatung, eine Mensa, eine multifunktional nutzbare Aula, ein Rechenzentrum sowie die zentrale Hochschulbibliothek unterkommen. Zudem wird das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung einziehen. „Der neue Standort wird attraktiv und hat eine fast ideale Lage. Die Entfernungen sind entspannt, ein Wohnheim ist gleich nebenan. In einem der Häuser entsteht ein Studierendentreff mit Dachterrasse – ich denke, der neue Campus wird ein Anlaufpunkt für viele Studierende werden“, sagt Tritschler.
Graf und Bosch berichten, dass sich der Baufortschritt im Plan bewegt. Wie viele andere sei auch dieses Bauvorhaben von Preissteigerungen betroffen. „Aber wir haben einen Puffer und können notfalls mit einigen Umplanungen noch etwas sparen“, sagt Bosch. Am Zeitplan werde nicht gerüttelt.
Stadtentwicklung
Flächentausch
Der Neubau wurde durch einen Tausch des Hochschulareals an der Flandernstraße und der Fläche in der Weststadt zwischen der Stadt Esslingen und dem Land Baden-Württemberg möglich.
Neues Wohnquartier
Ab dem Jahr 2025 soll an der Flandernstraße ein neues Wohngebiet entwickelt werden. Das rund 67 400 Quadratmeter große Areal könnte in die Internationale Bauausstellung (IBA) eingebunden und zu einem Quartier mit 450 Wohneinheiten unstrukturiert werden.