Hochwasser an Rems und Murr Unwetter: Weiter in Alarmbereitschaft

Bei Waiblingen ist  die Rems gut gefüllt. Foto: Gottfried Stoppel
Bei Waiblingen ist die Rems gut gefüllt. Foto: Gottfried Stoppel

Noch sind die Pegelstände an Rems und Murr im grünen Bereich. Dennoch ist man beim Wasserverband Rems in Schorndorf zurzeit noch in Habachtstellung.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)
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Waiblingen - Unwetter sind in der Nacht zum Donnerstag über Teile von Deutschland getobt, haben ganze Landstriche überflutet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Der Südwesten ist vergleichsweise glimpflich davongekommen. Aber auch hier hat lokaler Regen vereinzelt zu Hochwasserereignissen geführt. Wie sieht die Lage an Rems und Murr aus?

Pegel in Schorndorf unter einem Meter

An den Nebenflüssen des Neckars sind die Pegelstände laut Angaben der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg noch weitgehend im grünen Bereich. In Schorndorf beispielsweise lag die Rems am Donnerstag bei 87 Zentimetern – eine Meldepflicht besteht ab 240. In Oppenweiler hatte die Murr 31 Zentimeter erreicht, als kritisch eingestuft sind dort zwei Meter. Auch die Vorhersagekarte der Unwetterzentrale zeigt für Baden-Württemberg fast flächendeckend Grün – lediglich die Südschwarzwaldgemeinde Albbruck ist wegen Starkregengefahr rot eingefärbt.

Dennoch ist man beim Wasserverband Rems wegen der Wetterlage noch in Alarmbereitschaft. „Wir bleiben wachsam“, sagt der Geschäftsführer Hans-Peter Sieg. Lokale Starkregenereignisse seien zurzeit wegen des hartnäckig festsitzenden Tiefdrucksystems einfach nicht auszuschließen. „Auch die Hochwasservorhersagezentrale ändert ihre Prognosen halbstündig.“

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Regen an sich sei jetzt nicht automatisch gefährlich, sagt Sieg. „Die Rems ist 80 Kilometer lang – bis die vollläuft, braucht es schon ein bisschen.“ Wenn aber Starkregen zwei bis drei Stunden lang anhalte, könne das vor allem bei fehlenden Überlaufreserven durchaus Probleme bereiten. Wichtig sei, dass die nötigen Mechanismen ineinander griffen und rasch eingeleitet würden.

Am vergangenen Freitag hatte man da schon mal üben können. In Waldhausen habe man sich wegen einer dortigen Brückenbaustelle entschlossen, das eigentlich noch nicht dafür vorgesehene, gerade neu erstellte Rückstaubecken zu fluten, sagt Sieg. Der Einsatz habe gezeigt: Ein sogenanntes 20-jähriges Hochwasser sei händelbar.

Hochwasserschutz greift noch nicht überall

Gleichwohl, räumt Sieg ein, seien die Hochwasserschutzmaßnahmen noch nicht überall auf einem gewünschten Stand. Lorch sei zum Beispiel ein kritischer Bereich, ebenso Winterbach. Spannend sei dort auch, wie sich das Wasser in Extremsituationen in dem renaturierten Teilstück verhalte. Die einst begradigte Rems ist dort vor zwei Jahren wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt worden. Das sei auch für den Hochwasserschutz eine neue Situation, sagt Sieg. „Wir müssen das beobachten.“

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So, wie man auch die Vorhersagen der HVZ oder die Hochwassergefahrenkarten der Landesanstalt für Umweltschutz des Landes im Blick behalten und dann die jeweiligen Kommunen alarmieren muss. Künftig, und da sei man mit Hochdruck dran, sollen die Infos automatisch auf dem digitalen Weg transportiert werden, und spätestens in ein zwei Jahren soll sich jeder über Webcams selbst ein Bild machen können.

Ab Montag wieder Sonne?

Und die nahe Zukunft? Am Montag, so prophezeien jedenfalls aktuell die meisten Wetterfrösche, sollen sich die Wolken ja erst mal wieder verziehen. Hans-Peter-Sieg wird das beruflich sicherlich wieder ein wenig entspannen. Privat sagt er als Gartenbesitzer: „Ich war auch schon froh, dass ich nicht jeden Tag gießen musste.“




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