Hochwasser im Kreis Ludwigsburg 450 Meter langer Damm soll Hessigheim schützen
Ein mit Wasser gefüllter Schlauch soll in Hessigheim verhindern, dass der Neckar über die Ufer tritt. 80 Einsatzkräfte haben ihn die ganze Nacht aufgebaut.
Ein mit Wasser gefüllter Schlauch soll in Hessigheim verhindern, dass der Neckar über die Ufer tritt. 80 Einsatzkräfte haben ihn die ganze Nacht aufgebaut.
Die Investition des Landkreises in zwei Schlauchdämme hat sich gelohnt. In Remseck und in Hessigheim ist der mobile Hochwasserschutz am Wochenende zum Einsatz gekommen. Etwa 80 Einsatzkräfte und Helfer bauten in Hessigheim den Schlauchdamm auf einer Länge von etwa 450 Metern auf. Sie waren die ganze Nacht über im Einsatz. „Wir haben um 18.30 Uhr am Samstag begonnen und waren am Sonntag um 5 Uhr fertig“, berichtet Kommandant Klaus Haug am Sonntag nach gerade mal zwei Stunden Schlaf.
300 Kubikmeter Wasser wurden in das Schlauchsystem gefüllt. Mit Wasser aus dem Wasserhochbehälter, aber vor allem auch mit Wasser aus zwei Tanks, die 10.000 Liter fassen und die die Feuerwehren Bietigheim und Vaihingen zur Verfügung gestellt hatten.
„Wenn wir unseren Wasserhochbehälter leer gemacht hätten, dann hätte die Bevölkerung kein Wasser mehr gehabt“, so Haug. Auch die Kollegen aus Murr unterstützten das Team mit einem Tanklöschfahrzeug, in das 4000 Liter passt. „Wir haben quasi einen Pendelverkehr eingerichtet und Wasser aus Ottmarsheim geholt.“
Der Schlauchdamm hat, wenn er prall gefüllt ist, eine Höhe von 80 Zentimeter. „Wir gehen davon aus, dass die Höhe reicht, damit die Anrainer geschützt sind“, sagt Haug.
Der mobile Hochwasserschutz ist in sogenannte Abrollbehälter verladen und bei den Feuerwehren in Bietigheim-Bissingen und Remseck stationiert. Angeschafft wurde das System vom Kreis vor etwa sechs Jahren. Die Abrollbehälter haben sich schon mehrfach bei Hochwasserlagen im Landkreis, aber auch bei Einsätzen außerhalb des Landes bewährt.