Hochwasser Stuttgart ist bei einer extremen Flut nicht sicher

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Das ganz große Hochwasser ist am Neckar zum Glück ausgeblieben. Doch wegen des Klimawandels bewertet das Land in einem aktuellen Bericht die Risiken für die Menschen an den Flüssen neu. Auch Stuttgart wäre bei einer extrem Flut nicht sicher – ganz Bad Cannstatt stünde dann unter Wasser.

Mehr als vier Meter hoch könnte das Wasser in Bad Cannstatt stehen - im Modell. In der folgenden Bilderstrecke zeigen wir Fotos vom aktuellen, realen Hochwasser. Foto: StZ-Grafik 20 Bilder
Mehr als vier Meter hoch könnte das Wasser in Bad Cannstatt stehen - im Modell. In der folgenden Bilderstrecke zeigen wir Fotos vom aktuellen, realen Hochwasser. Foto: StZ-Grafik

Stuttgart - Am Neckar und seinen Nebenflüssen ist das jüngste Hochwasser einigermaßen glimpflich verlaufen – die Experten reden für Stuttgart von einer Flut, wie sie statistisch gesehen knapp alle 50 Jahre vorkommt. Doch die Behörden denken längst weiter: Da mit dem Klimawandel starker Regen häufiger wird, sind die Regierungspräsidien dabei, für alle Flüsse – in Text und Karten – darzustellen, welche Risiken bei einem extremen Hochwasser bestehen und welche Maßnahmen nötig sind, um die Gefahren zu minimieren. Heute sind die Dämme auf ein Jahrhunderthochwasser ausgerichtet: „Das reicht aber eigentlich nicht mehr aus“, sagt ein Mitarbeiter des Stuttgarter Tiefbauamtes.

Zu solchen Studien hat die EU schon 2007 alle Mitgliedstaaten verpflichtet, wie man in der – schönes Wort – „Hochwasserrisikomanagementrichtlinie“ nachlesen kann. Für Stuttgart ist der Bericht jetzt fertig; die Karten sind zumindest für den Neckar und das Flusssystem um die Körsch (und auch für viele andere Flüsse in der Region) im Internet einsehbar. Die Karten für Glems und Feuerbach folgen Anfang 2014.

Mehr als 60 Regenrückhaltebecken

Die gute Nachricht vorneweg: die Menschen in Stuttgart sind durch die Dämme selbst gegen ein Hochwasser, wie es im Schnitt alle hundert Jahre vorkommt, geschützt. Anders sieht es mit vielen Bächen im Stadtgebiet aus. Zwar wird mit mehr als 60 Regenrückhaltebecken versucht, die Schäden zu begrenzen. Dennoch stünden die Gebiete zum Beispiel am Zusammenfluss von Körsch und Ramsbach bei Hohenheim bereits einen Meter unter Wasser, wenn nur ein Hochwasser aufträte, wie es einmal in zehn Jahren zu beobachten ist.

Gefährdet sind laut Bericht die bebauten Gebiete an diesen Bächen: Aischbach, Feuerbach, Körsch, Kraftwerkskanal Untertürkheim, Metzgerbach, Sindelbach, Sommerhaldenbach, Weidachbach, Rennenbach und Lachgraben/Lindenbach.

Mehr als zwei Meter tief unter Wasser

Dramatisch wird es aber auch am Neckar, wenn sich ein extremes Hochwasser ereignet. Darunter versteht man eine Flut, die vorstellbar ist, wenn alle ungünstigen Faktoren, wie Regen, Schneeschmelze oder gefrorener Boden, zusammenkämen – der GAU quasi. Auf den entsprechenden Karten sind dann weite überflutete Gebiete zu erkennen. Insgesamt wären 20 100 Menschen in Stuttgart betroffen; die Häuser von 4200 Personen stünden mehr als zwei Meter tief unter Wasser. Vor allem Bad Cannstatt (10 900 Personen) und Obertürkheim (2330 Personen) wären stark in Mitleidenschaft gezogen.

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