Hochwasserkatastrophe Kollegen helfen in der Katastrophe

Hochwasserbetroffene und die Helfer aus dem Südwesten: Ingo Leßmann, Andreas Richter, Manuel Galvez, Marc Schäfer, Sven Uthe und der Vater von Manuel Galvez (von rechts). Foto:  
Hochwasserbetroffene und die Helfer aus dem Südwesten: Ingo Leßmann, Andreas Richter, Manuel Galvez, Marc Schäfer, Sven Uthe und der Vater von Manuel Galvez (von rechts). Foto:  

Handwerker aus der Region Esslingen helfen ihren vom extremen Juli-Hochwasser betroffenen Unternehmern.

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Esslingen - Mit „Wärme und Klima zum Wohlfühlen“ wirbt der Wärmepumpenspezialist Ingo Leßmann aus Deizisau, doch wenn er von seinem Einsatz im Hochwasser-Katastrophengebiet in Rheinbach spricht, dann sind es Worte des Schreckens, die fallen.

Lange überlegt hatte er nicht, was zu tun war: Für einen betroffenen Kollegen, dem Mitte Juli so ziemlich alles in den Fluten und in Schlamm ersoffen war, kaufte er einen VW-Bus. Den brachte er in Schuss und fuhr zusammen mit einem Mitarbeiter los, um das Fahrzeug zu übergeben und eine Woche lang auszuhelfen. Damit half er sich am Ende des Tages selbst: Zwar kostete ihn der Einsatz einen größeren Batzen Geld und Arbeitszeit, aber einen riesigen Gewinn nahm er trotzdem mit – emotional: „Ich weiß, wie sich das anfühlt, wenn man ganz unten ist. Das habe ich selbst erlebt.“ Umso schöner war das Gefühl, geholfen zu haben.

Tränen der Rührung

Als Leßmann nach einer Woche die Heimreise antrat, kullerten Tränen bei dem gestandenen Handwerker Manuel Galvez, der die Hilfe entgegennehmen durfte. Mit dabei war auch Andreas Richter, ein befreundeter Elektriker, der in Gerlingen eine eigene Firma hat. Er kümmert sich vor allem um die Elektrik im komplett zerstörten Lager des Handwerkerkollegen.

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„Wir haben alle was gelernt“, meint Leßmann im Rückblick. Etwa, dass ein Bächlein innerhalb einer Stunde zum reißenden Fluss werden kann. Niemand rechnete je damit. Zuletzt stand in den 1980er-Jahren in Rheinbach das Wasser auf der Straße – zehn Zentimeter hoch, aber nicht wie jetzt über einen Meter. „So eine Wucht, es ist unbegreiflich“, ringt Leßmann nach Worten, obwohl er „nur“ die Folgen zu Gesicht bekam. „Es stinkt fürchterlich“, schildert er seine Erfahrungen. „Der Schlamm ist überall eingedrungen. Es ist schmierig, und wenn es fest wird, lässt es sich kaum noch von den Gegenständen lösen.“

Insgesamt ist die Hilfsbereitschaft unter den Kollegen groß. Die Kälte- und Klimatechnikfirma Wörner in Denkendorf starteten ebenfalls eine Hilfs- und Spendenaktion. In einer Woche konnte die Firma 120 Klimaanlagen zusammen bekommen. Anschließend machte sich Peter Wörner auf den Weg, um die Klimaanlagen und das Montagematerial nach Ahrweiler zu bringen. Auch er packt mit an und unterstützt die betroffenen Kollegen beim Einbau.




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