Der Zweckverband Hochwasserschutz Körsch plant im Stuttgarter Stadtteil Möhringen zwei Hochwasserrückhaltebecken.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)

Möhringen - Die Stadt Stuttgart wappnet sich für das nächste Jahrhunderthochwasser. Sie ist Mitglied im Zweckverband Hochwasserschutz Körsch – ebenso wie Denkendorf, Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Ostfildern. Die Kommunen haben ein Gesamtkonzept erarbeiten lassen und wollen im Einzugsgebiet des Flusses weitere Regenrückhaltebecken bauen. Zwei davon entstehen demnächst in Möhringen. Eines ist am Sindelbach geplant, das andere an der Körsch kurz vor der Kläranlage.

2019 muss alles fertig sein

Beide Projekte finden sich in einer aktuellen Gemeinderatsvorlage wieder. Das Stuttgarter Büro Winkler ist mit der Planung beauftragt. Dieses reichte im Oktober 2016 für das Hochwasserrückhaltebecken bei der Kläranlage die Genehmigungsunterlagen ein. Im Fall des Hochwasserrückhaltebeckens Sindelbach ist man noch nicht ganz so weit. Das Büro Winkler reichte im November 2016 lediglich einen Vorabzug der Genehmigungsunterlagen beim Amt für Umweltschutz ein. Allerdings geht die Stadt bei diesem von einer Genehmigungsdauer von etwa einem Jahr aus. Beim Hochwasserrückhaltebecken an der Körsch werden es wohl zwei Jahre sein. Somit kann frühestens 2018 mit den beiden Projekten begonnen werden.

An der Filderhauptstraße im Nachbarstadtbezirk Plieningen ist ein weiteres Becken geplant. Ende des vergangenen Jahres gab es einen sogenannten Scoping-Termin. Bei diesem konnten die beteiligten Ämter und Naturschutzverbände ergänzende Untersuchungen und Änderungswünsche anmelden. Alle drei Projekte müssen bis zum Jahr 2019 umgesetzt sein. Sonst besteht die Gefahr, dass die vom Land zugesagten Fördermittel in Höhe von etwa 67 Prozent der Gesamtkosten verfallen.

Bereits im Juli 2014 stellten der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart und das beauftragte Büro Winkler im Bezirksbeirat den Entwurf für das Regenrückhaltebecken beim Kärwerk Möhringen vor. Eins wurde schon damals deutlich: Das Bauwerk wird gewaltig. Geplant ist ein 110 Meter langer Damm mit einer maximalen Höhe von 5,7 Metern. Im Norden endet das Bauwerk an dem Weg „Körschwiesen, im Süden am Waldrand. An den Enden läuft der Damm sacht aus. Der Wald bleibt unangetastet. Der Erdwall wird begrünt und eine flache Neigung haben, damit er sich gut in die Landschaft einpasst. Oben soll ein Dammkronenweg verlaufen.

Bauwerk kostet drei Millionen Euro

An der tiefsten Stelle wird es ein sogenanntes Auslaufbauwerk aus Beton geben. Wenn der Zulauf zur Körsch wegen starker Regenfälle eine gewisse Wassermenge übersteigt, schließen sich die Drosselschieber. Das Wasser wird zu einem See aufgestaut. Im Extremfall kann dieser 67 200 Kubikmeter Wasser fassen. Statistisch gesehen wird es dazu aber nur alle 100 Jahre kommen. Bis zu dem Auslass soll die Körsch naturnah geführt werden. Zusätzlich wird auf dem Gelände des Klärwerks zwischen den Gebäuden und der Körsch eine 1,10 Meter hohe und 375 Meter lange Schutzwand gegen das Hochwasser gebaut. Das Bauwerk wird etwa drei Millionen Euro kosten, so die Zahl von 2014.