Hochzeitsplaner in Heumaden Ja-Wort an einem besonderen Ort

Das Ehepaar Oliver und Carmen Prill plant über seine Agentur „Marry Me Vegas“ für Heiratswillige eine Hochzeit in Las Vegas. Sie haben 2016 selbst dort geheiratet. Foto: Caroline Holowiecki
Das Ehepaar Oliver und Carmen Prill plant über seine Agentur „Marry Me Vegas“ für Heiratswillige eine Hochzeit in Las Vegas. Sie haben 2016 selbst dort geheiratet. Foto: Caroline Holowiecki

Ein Paar aus Stuttgart-Heumaden hat an einem besonders glamourösen Ort geheiratet. Nun helfen sie anderen Verliebten, es ihnen nachzumachen.

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Heumaden - Ganz viel Kitsch und Glitzer, eine extra Prise Glamour, und obendrauf noch eine Begegnung mit Elvis: Viele Paare träumen von einer Hochzeit in Las Vegas. „Man kriegt sehr viel geboten“, erklärt Oliver Prill aus Stuttgart-Heumaden. Es gebe sehr gute Restaurants, viele komfortable Hotels, und der Entertainment-Faktor sei enorm. „Wir sagen immer scherzhaft: Es ist ein Spielplatz für Erwachsene. Langweilig wird es niemandem“, sagt seine Frau Carmen.

Die Prills wissen, wovon sie sprechen. 2016 haben auch sie sich in Las Vegas das Ja-Wort gegeben und das weltberühmte Zockerparadies seither mehrfach wieder besucht. „Wir sind große Fans“, sagt Carmen Prill (33). Die Trauung: unvergesslich. Allerdings mit einigen Schönheitsfehlern. „Wir hatten selber ein paar Stolpersteine entdeckt, die unser Erlebnis getrübt haben“, sagt Oliver Prill (37).

Diese negativen Erfahrungen wollen sie anderen ersparen

Negativ in Erinnerung geblieben ist ihm etwa, dass er nicht vergessen durfte, etlichen Menschen ein Trinkgeld zu geben. „Ich bin den ganzen Tag mit einem Sakko voller Geld rumgelaufen.“ Auch eine Nummer zu ziehen und dann in einer Schlange auf die Hochzeitslizenz zu warten, habe wenig Spaß gemacht. „Wir hätten den Tag gern mehr erlebt“, resümiert er. 2017 kehrten die Frischvermählten wieder – und trafen vor Ort auf Paare, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. „Da dachten wir uns: Das kann man besser machen“, erklärt Oliver Prill.

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Im gleichen Jahr haben er und seine Gattin die Agentur „Marry Me Vegas“ gegründet. Das Ganze läuft im Nebengewerbe. Carmen Prill ist im Hauptberuf Psychologin, ihr Mann arbeitet als Ingenieur. Die Idee erklärt sie so: „Wir nehmen den Paaren, so weit es geht, alles ab, was unangenehm ist, alles Bürokratische und alles Finanzielle.“

Jede Menge Insider-Tipps

Steuern, Trinkgelder und Gebühren etwa zahlen die Auftraggeber gebündelt an die Dienstleister; Fahrer, Stylist, Fotograf und ein Tisch im Restaurant werden vorab gebucht, auch das Anfordern, Verifizieren und Übersetzen der Hochzeitsurkunde leiten die Prills in die Wege. Außerdem haben sie jede Menge Insider-Tipps auf Lager. Für die Buchung der Flüge und des Hotels wiederum kooperieren sie mit einem Sillenbucher Reisebüro. „Es gibt wenig Schöneres, als Leuten beim Heiraten zu helfen“, findet Carmen Prill.

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Die Pandemie hat „Marry Me Vegas“ das Geschäft verhagelt. „Corona hat uns schon sehr getroffen“, sagt Carmen Prill. Doch grundsätzlich ist das Potenzial da. Die Hochzeitsplaner zitieren Zahlen von Ende 2018, wonach sich in normalen Jahren um die 2000 Paare aus dem deutschsprachigen Raum in der Metropole im US-Bundesstaat Nevada trauen lassen. Ebenfalls hoch im Kurs: die Erneuerung der Eheversprechen zwischen Casinos, schrillen Vögeln und ganz viel Pomp.

Auch die Eheleute aus Heumaden hoffen darauf, bald wieder in ihr Lieblingsurlaubsland reisen zu können. „Es war jetzt schon eine wahnsinnige Trockenzeit. Wir scharren mit den Hufen“, sagt Carmen Prill. Womöglich wird der nächste Trip einer zu dritt sein. Die Traumhochzeit von vor fünf Jahren wird in wenigen Wochen vom ersten gemeinsamen Kind gekrönt.




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