Revanche für die Niederlage in der Hauptrunde: Im Finale verbuchte der SSV Ulm (in Weiß) gegen den SC Charlottenburg das bessere Ende für sich. Foto: SVB
Gastgeber SV Böblingen spielte beim eigenen Hockey-Neujahrsturnier gut mit, doch weder die Frauen noch die Männer erreichten das Finale. Mit ihrer Leistung waren sie dennoch zufrieden.
Uli Meyer
05.01.2026 - 11:54 Uhr
Die Männer des SSV Ulm und die Frauen des TB Erlangen hatten nach zwei intensiven Tagen das größte Durchhaltevermögen beim 55. Hockey-Neujahrsturnier der SV Böblingen. Die Gastgeber verpassten bei den Männern knapp das Finale, und für das Frauenteam war im Halbfinale Endstation.
Die Dominanz bayerischer Mannschaften in der weiblichen Konkurrenz der Traditionsveranstaltung setzte Premierensieger TB Erlangen fort. Der Oberligist war bereits in der Hauptrunde die beste Mannschaft und ging mit vier Siegen und 20:3 Toren in die K.o.-Runde. Beim 3:1 im Halbfinale gegen den HTC Würzburg ließen sich die Mittelfränkinnen ebenfalls nicht aufhalten.
Frauen der SV Böblingen scheiden im Halbfinale gegen TSV Ludwigsburg aus
Die junge Mannschaft der SV Böblingen war in der Hauptrunde nur gegen TB Erlangen unterlegen (1:5), legte aber gegen die bulgarische U20-Auswahl (3:0), den HTC Würzburg (4:3) und den TSV Ludwigsburg (3:4) starke Auftritte hin. Im Halbfinale ging es wieder gegen den TSV Ludwigsburg, der die SV Böblingen dieses Mal beim 4:0 klar auf Abstand hielt.
Das Finale wurde zu einer überraschend deutlichen Angelegenheit. Erlangen bewies in seiner sechsten Begegnung des Wochenendes mit jeweils 30 Minuten Spielzeit den längsten Atem und gewann 7:1 gegen Ludwigsburg. Seit zehn Jahren kommt damit der Frauen-Gewinner des Neujahrsturniers stets aus Bayern, vorherige Sieger waren SB Rosenheim, TuS Obermenzing, HTC Würzburg und Wacker München gewesen.
Turnierleiter Peter Lütgenau von der SV Böblingen bei der Siegerehrung mit der Kapitänin der siegreichen Frauenmannschaft des TB Erlangen. Foto: SVB
Mit sechs Niederlagen und 2:26 Toren war die bulgarische Nachwuchsauswahl Letzter. Und doch sah man die osteuropäischen Gäste nicht mit enttäuschten Gesichtern durch die Hermann-Raiser-Halle laufen. „Solch ein Turnier ist für uns eine tolle Möglichkeit, von anderen Hockey-Kulturen zu lernen und unser Spiel zu verbessern. Leider konnte unsere beste Spielerin nicht mitkommen“, sagte Trainer Lenny Krachunov. Neben den Partien im Rahmen des Neujahrsturniers bestritt die bulgarische Delegation davor und sogar noch am Montag zusätzliche Trainingseinheiten, ehe von Stuttgart aus der Rückflug nach Sofia anstand. „Danke an Böblingen und die SVB. Es war für uns eine wichtige Station auf dem Weg zur U21-EM 2027 in Polen“, so Krachunov.
Sieben Teams bewarben sich bei den Männern um den Turniersieg, drei davon stammten von der SVB. Am Ende der Hauptrunde mit insgesamt 21 Partien jeder gegen jeden gehörte keine der Böblinger Mannschaften zu den zwei Punktbesten, die das Finale bestreiten durften.
Von der jungen Garde von SVB II und den als Allstars an den Start gehenden Ehemaligen hatte das auch niemand erwartet. Sie waren jedoch mehr als nur schmückendes Beiwerk. So freute sich Böblingen II über Erfolge gegen Basel (3:2) und Erlangen (4:2), und die Böblinger Routiniers sorgten neben ihrem 6:2 über Basel vor allem durch das 3:2 über den SC Charlottenburg für Aufsehen.
An der Tabellenspitze lieferten sich die Regionalligamannschaften SSV Ulm, SC Charlottenburg und SV Böblingen I einen engen Dreikampf. Ulm wurde mit 15 Punkten Erster, Böblingen I und Berlin wiesen je 13 Zähler auf. Weil die SVB, die neben vier Siegen nur gegen Ulm verlor (0:2) und gegen Charlottenburg unentschieden spielte (2:2), das um einen Treffer schlechtere Torverhältnis aufzuweisen hatte, musste sie Charlottenburg den Platz im Endspiel überlassen und sich mit Rang drei zufriedengeben.
In der Hauptrunde hatte der SC Charlottenburg den SSV Ulm noch mit 4:2 geschlagen, doch im Finale revanchierten sich die Münsterstädter mit einem 5:1-Sieg und durften sich damit nach langer Zeit mal wieder in die Gewinnerliste eintragen.
„Alle Mannschaften hatten ausreichend Spielzeit bei Begegnungen auf gutem Niveau, somit war es eine gute Vorbereitung auf die Fortsetzung der Punktspiele“, zog Turnierleiter Peter Lütgenau ein positives Fazit. „Unsere junge Frauenmannschaft hat sehr gut mitgespielt im Feld der deutlich höherklassigen Teams und viele wichtige Erfahrungen gesammelt.“