Hockey: HTC Stuttgarter Kickers Der Top-Torjäger verabschiedet sich

Letzter Auftritt an der Hohen Eiche: Sten Brandenstein (links) hat sich für einen Vereinswechsel entschieden. Foto: Günter Bergmann

Sten Brandenstein wechselt vom HTC Stuttgarter Kickers zum deutschen Hockey-Meister Crefelder HTC. Im aktuellen Gipfelduell gehen er und sein Team leer aus.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Schon vor der 0:2-Niederlage im Spitzenspiel der zweiten Hockey-Bundesliga Süd gegen den Tabellenführer SC 1880 Frankfurt am Samstag war klar, dass der HTC Stuttgarter Kickers in dieser Saison nicht mehr in die erste Liga aufsteigen kann. Und ob der nun Dritte von der Hohen Eiche in den kommenden Jahren noch einmal in die Nähe des Aufstiegsplatzes kommen wird, ist mit einem dicken Fragezeichen zu versehen. Denn der Verein steht aufgrund des bevorstehenden Abgangs mehrerer erfahrener Leistungsträgen vor einem Umbruch.

 

Allen voran der Kapitän und Top-Torjäger Sten Brandenstein verlässt erneut seinen Heimatclub. Der 27-jährige wird in der nächsten Saison an der Seite von Weltmeister Niklas Wellen für den neuen Deutschen Meister Crefelder HTC stürmen. „Rückblickend ist die Entscheidung durch den Meistertitel noch cooler“, sagt Brandenstein in Aussicht dessen, nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der Euro- Hockey-League gegen die kontinentalen Landesmeister antreten zu dürfen.

2016 hatte er schon mal für zwei Spieljahre in der Ferne angeheuert, damals beim Münchner SC. Den Schritt, nun abermals zu gehen, hat sich der beim HTC tief verwurzelte Stuttgarter nicht leicht gemacht. „Letztlich habe ich gesagt, die Chance, noch einmal in der Bundesliga zu spielen, werde ich kein zweites Mal bekommen, also nutze ich sie“, sagt Brandenstein, der hauptberuflich als Versicherungsmakler tätig ist. Seine Aufgaben im Unternehmen seines Vaters wird er in abgespeckter Form von seinem neuen Wohnort Düsseldorf ausüben.

In sportlicher Hinsicht freut sich Brandenstein „sehr auf die neuen Erfahrungen“, freilich im Wissen, dass er sich nach fünf Jahren als Kickers-Kapitän auf eine neue Rolle einstellen muss. „Dort bin ich erst mal kein Führungsspieler und muss mich erst in die Mannschaft arbeiten. Aber ich wechsle natürlich nicht dort hin. um auf der Bank zu sitzen“, sagt der mit 26 Toren in 18 Spielen klar beste Torjäger der zweiten Liga.

Ziemssen-Nachfolge soll bald geklärt sein

Ebenfalls offiziell verabschiedet wurden gegen Frankfurt die HTC-Spieler Franz Boomes, Roman Seiffert und Wolf Wittmund – und auch der langjährige Trainer Till Ziemssen. Der in Freiburg lebende Coach hat nach dem überraschenden Erstliga-Klassenverbleib in der Halle bereits vor der Feld-Rückrunde sein Amt niedergelegt. Seine Nachfolge soll nach einem halben Jahr Vakanz in der kommenden Woche endgültig geklärt werden. „Ich bin gespannt, wie es bei den Kickers nach dem Umbruch weiter geht“, sagt Brandenstein. Er wird seinen Heimatverein auch von außerhalb aufmerksam verfolgen. „Ich werde Stuttgart immer im Herzen tragen und in absehbarer Zeit wieder in blau-weiß spielen“, verspricht der Torjäger.

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