Regelmäßiger Sport hält fit. Aber kann man auch bis ins hohe Alter Fußball spielen? Ja – unter bestimmten Voraussetzungen ist es sogar gesundheitsfördernd.

Er geht mit großen Schritten auf die 40 zu, ist aber immer noch gut in Form: Mit 39 Jahren und fast zehn Monaten ist der Kanadier Atiba Hutchinson der älteste Feldspieler der laufenden Fußball-WM. Und das nicht als Reservist: Zum Auftakt bei der unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Belgien lief Hutchinson von Beginn an im zentralen Mittelfeld auf und spielte dort rund eine Stunde bis zu seiner Auswechslung.

Ein Rekord ist sein Alter allerdings nicht: Bei der WM 1994 in den USA war der Kameruner Roger Milla noch ein ganzes Stück älter – mit 42 Jahren ist er bis heute der älteste Feldspieler in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft.

Wie lange darf man Fußball spielen?

Aber wie lange kann man überhaupt Fußball spielen? Schließlich ist die Sportart mit ihren Zweikämpfen und vielen Richtungswechseln in den Bewegungsabläufen ziemlich intensiv. Während die Profikarriere für die meisten Spieler in einem Alter zwischen 30 und 40 Jahren endet, gibt es im Amateurbereich keine Grenze nach oben.

Selbst bis ins hohe Alter sei Fußball möglich, sagt der Sportmediziner Tim Meyer, der auch Teamarzt der deutschen Fußballnationalmannschaft ist. „Entscheidend ist nicht das Alter, das auf dem Papier steht, sondern das biologische Alter“, betont Meyer in einem Interview auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bunds (DFB). Fußball könne sogar gesundheitlich förderlich sein und präventive Wirkungen entfalten, da die Sportart viele verschiedene Beanspruchungsformen kombiniere: Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination zum Beispiel.

Vor dem Kicken sollte das Aufwärmen kommen

Allerdings gibt es auch Einschränkungen. Wer Vorerkrankungen hat – etwa des Herz-Kreislauf-Systems – sollte Vorsicht walten lassen. „Aber für alle, die keine Vorerkrankungen haben, ist regelmäßiges Fußballspielen ein sehr gutes Instrument, um gesund älter zu werden“, sagt Meyer. Unter regelmäßig versteht er mehr als nur ein Training pro Woche – wobei hier auch eine Kombination mit anderen Sportarten wie Tennis in einer zweiten oder dritten wöchentlichen Einheit möglich sei.

Schließlich ist auch ein eingehendes Aufwärmprogramm zu Beginn erforderlich. „Alleiniges Spielen ist nicht optimal“, sagt Meyer. Berücksichtigt man aber all diese Faktoren, kann Fußball in der Freizeit gesundheitlich sogar förderlich sein. Auch bis ins hohe Alter.