Der rund 4500 Mitglieder starke Betreiberverein hat erhebliche Rücklagen gebildet und steuert viele Eigenleistungen bei.

Leonberg - Der Neubau des Babybeckens im Höfinger Bädle wird gemäß den städtischen Vereinsförderrichtlinien mit 300 000 Euro gefördert, was rund 40 Prozent der Gesamtkosten entspricht. Das hat jüngst der Leonberger Gemeinderat entschieden.

 

Im Vorfeld hatte die Gemeinderätin Jutta Metz von den Freien Wählern kritisiert, dass hier eine Parallelnutzung teuer finanziert werde, denn die Stadt habe gerade 15 Millionen Euro für die Sanierung der Leobads ausgegeben.

Unterstützung vom Bürgermeister

Das wollte der Höfinger CDU-Gemeinderat Dirk Jeutter so nicht stehen lassen. Das Höfinger Bädle, das seit 2003 von einem 4500 Mitglieder starken Verein betrieben wird, habe ein Publikum, das die privatere Atmosphäre im Höfinger Täle schätze.

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Auch Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD) machte sich für eine Unterstützung des Vereins „Bädle“ stark, der ein beispielhaftes gemeinnütziges Engagement vorweise. Eigentlich hätte der Verein nach den geltenden Förderrichtlinien sogar 50 Prozent Zuschuss beantragen können, gab Jonas Pirzer, der Leiter des städtischen Amts für Kultur und Sport zu bedenken. Der Verein habe allerdings Rücklagen für die Sanierung gebildet.

2023 soll der Neubau fertig sein

Neben der Familienfreundlichkeit wird im Bädle auch das Thema Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche großgeschrieben – Voraussetzung dafür ist ein geeignetes Babybecken. 2006 wurde das marode Betonbecken mit einer Folie ausgekleidet, die sich nun ablöst. Dieses Provisorium verursacht jährlich Kosten von 3000 Euro, erhöht die Betriebskosten und stellt Stolperfallen für Kleinkinder dar.

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Der Zustand des Betons ist desolat, was zu einem hohen Wasserverlust führt. Bereits vor fünf Jahren wurde aus dem gleichen Grund das große Becken mit Edelstahl ausgekleidet. Um langfristig die Betriebs- und Wasserkosten sowie den Reparaturaufwand zu senken und einen ökologischeren Betrieb zu ermöglichen, plant der Verein ein neues Babybecken.

Ausgekleidet mit Edelstahl wird das neue Becken eine rechteckige Spieloase mit neuen Attraktionen für die Kinder. Die Kombination aus Wasserspielplatz und Becken soll es ermöglichen, die Kleinsten an das Wasser zu gewöhnen. Mit einer Tiefe von etwa 30 Zentimetern verlieren sie Angst vor dem Wasser und werden somit auf die Schwimmkurse vorbereitet. Um das Becken werden erstmals Fallschutzbeläge gelegt. Zudem ist eine Beschattungsanlage geplant. Kosten: rund 750 000 Euro. Baubeginn ist nach der Saison 2022, zum 20-jährigen Bestehen vor der Saison 2023 sollen die Arbeiten fertig sein.