Höhenfreibad Killesberg Ein Spaßbad ist nicht erwünscht

Das Sprungbrett soll nicht die einzige Attraktion bleiben. Foto: Achim Zweygarth
Das Sprungbrett soll nicht die einzige Attraktion bleiben. Foto: Achim Zweygarth

Das Höhenfreibad Killesberg soll saniert und modernisiert werden – einige Bürger und Bezirksbeiräte sind noch skeptisch.

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S-Nord - Es muss dringend etwas getan werden im Höhenfreibad Killesberg. Aus dem Mehrzweckbecken tritt Wasser aus, rund 60 Kubikmeter versickern pro Tag, sagte Detlef Szlamma, Ingenieur bei den Bäderbetrieben Stuttgart, Anfang dieses Jahres. Auch die Fliesen sind nicht mehr in einwandfreiem Zustand und lösen sich von der Beckenwand und dem Boden. Aus diesem Grund haben die Bäderbetriebe Stuttgart die Sanierung und gleichzeitige Modernisierung des Mehrzweckbeckens beschlossen. Das dafür notwendige Geld wurde im Doppelhaushalt 2012/2013 vom Gemeinderat bewilligt. Im September 2013, nach der Badesaison, soll mit dem Umbau begonnen werden.

Die Pläne wie ein Umbau aussehen soll, wurden am vergangenen Dienstag bei einer gemeinsamen Sitzung des Bezirksbeirats Stuttgart-Nord und Feuerbach vorgestellt. Zu Gast waren Detlef Szlamma und die Leiterin der Bäderbetriebe, Anke Senne. Außerdem kamen zahlreiche interessierte Bürger, die zwar eine Sanierung begrüßten, die geplante Modernisierung und die gleichzeitige neue Ausrichtung aber unmutig zur Kenntnis nahmen.

Allen Nutzergruppen gerecht werden

Das bisher leere Nichtschwimmerbecken soll in Zukunft mit Spielgeräten bestückt werden. Zwei Varianten wurden vorgestellt: eine Brodelbucht mit Geysir sowie Sprudelliegen, Wasserspeier und Wasserpilz. Die zweite Variante sieht einen Wellenball mit Strömungskanal und Wasserspeier vor. „Wir sollten allen Nutzergruppen gerecht werden“, rechtfertigte Anke Senne die geplanten Maßnahmen. „Neben dem Kinderplanschbecken und dem Schwimmerbereich, möchten wir nun einen, der besonders für Jugendliche attraktiv ist.“ Der Wellenball sei eine neuartige Attraktion, die in Stuttgart einzigartig wäre. „Wir möchten uns damit auch von anderen Bädern abgrenzen“, sagt Senne.

Die Anmerkungen der Bürger und Bezirksbeiräte indes waren ganz grundsätzlicher Art. „Ich verstehe nicht, weshalb der Bereich, der auch zum Schwimmen benutzt wird, möbliert werden soll“, sagte die Feuerbacher Bezirksbeirätin Britta Weber von Bündnis 90/Die Grünen. Die im Bad herrschende ruhige Atmosphäre solle nicht durch Attraktionen und zu viele Wellen gestört werden. Eine Bürgerin hakte ein: „Ich komme seit dreißig Jahren zum Schwimmen ins Bad, ihre Änderungen wollen wir gar nicht.“ Man solle auf die Spielgeräte verzichten und stattdessen dafür sorgen, dass es im Planschbecken warmes Wasser gibt und Duschen für die Kinder.

Einigkeit herrschte hingegen hinsichtlich den drei zur Auswahl stehenden Varianten zur Auskleidung des Beckens. Szlamma warb für die dritte Variante, eine Edelstahlauskleidung. Der Instandhaltungsaufwand sei vergleichsweise gering, die Bauzeit betrage neun Monate, so dass das Bad zur Saison 2014 wieder eröffnet werden könne. Die zweite Möglichkeit, das Becken mit Folie auszukleiden, wird nicht weiter verfolgt. Die dritte Variante, eine Keramikauskleidung mit Edelstahlbeckenkopf, wäre erst im August 2014 fertig, außerdem mit geschätzten Kosten von 3,5 Millionen Euro teurer als die anderen beiden Varianten. Sebastian Sage (SPD), Bezirksbeirat von Stuttgart-Nord: „Ich bin ganz entschieden für die Edelstahlauskleidung, eine längere Bauzeit ist nicht gut.“

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