Höhere Gebühren Im Altkreis steigen die Wasserpreise
Die Grundgebühr für Trinkwasser und der verbrauchsabhängige Wasserpreis steigen im neuen Jahr. Wie viel ein durchschnittlicher Haushalt nun mehr zahlt und wie die Gebührenerhöhung begründet wird.
Die Grundgebühr für Trinkwasser und der verbrauchsabhängige Wasserpreis steigen im neuen Jahr. Wie viel ein durchschnittlicher Haushalt nun mehr zahlt und wie die Gebührenerhöhung begründet wird.
Eine vierköpfige Familie muss in Leonberg ab dem kommenden Jahr 20,36 Euro mehr für Wasser bezahlen. Dass der Wasserpreis steigt, hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Die Stadt begründet die höheren Preise damit, dass die Umlage der Bodenseewasserversorgung gestiegen sind sowie den Kosten für Lohn und Material.
Der Wasserpreis setzt sich aus der Grundgebühr und dem verbrauchsabhängigen Leistungspreis zusammen, letzterer beschreibt die Menge, die zum Beispiel eine vierköpfige Familie verbraucht. Beide Gebühren fallen von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich hoch aus, die Grundgebühr ist zudem vom Wasseranschluss abhängig.
Die Grundgebühr betrug in Leonberg bisher nach Angaben des Statistischen Landesamtes 44,90 Euro. Dazu kamen je nach Verbrauch 2,43 Euro pro 1000 Liter. Eine vierköpfige Familie, die nach Angaben des Umweltbundesamts in etwa 150 000 Liter Wasser im Jahr verbraucht, zahlte bislang 397 Euro im Jahr. Ab dem neuen Jahr wird sie nun 417,36 Euro fürs Wasser bezahlen. Denn die Grundgebühr steigt im Schnitt auf 48,36 Euro, dazu kommen 2,46 Euro pro Kubikmeter verbrauchtem Wasser. Damit liegt der Wasserpreis in Leonberg bei den höchsten im Altkreis. Zuletzt hatte die Stadt die Gebühren im März 2024 erhöht.
Außerdem hat der Gemeinderat beschlossen, die Preise für Wasseranschlüsse um etwas mehr als das Doppelte zu erhöhen. Statt 212,19 Euro kostet es nun 441,82 Euro, sein Grundstück ans Wassernetz anschließen zu lassen. Der Ergänzungsbetrag je weiterer Meter kostet ebenfalls nun mehr.
Auch die Gerlinger müssen im kommenden Jahr fürs Trinkwasser mehr bezahlen. Eine entsprechende Entscheidung hatte der Gemeinderat – wie in Leonberg – einstimmig beschlossen. Demnach soll der Kubikmeter Trinkwasser 30 Cent mehr kosten.
Bislang lag die Gebühr bei 2,28 Euro je Kubikmeter Wasser, von Januar an müssen die Gerlinger für dieselbe Menge 2,58 Euro bezahlen. Aufhorchen lässt die Begründung für die Gebührenerhöhung: Dass die Gerlinger in Zukunft fürs Wasser tiefer in die Tasche greifen müssen, ist nach Aussage der Stadtverwaltung neben dem Verlust von zwei Großkunden auf „den bewussteren Umgang mit Wasser zurückzuführen“.
Demnach hat die Stadt zuletzt 100 000 Kubikmeter Trinkwasser weniger verkauft als zuvor, was sich negativ auf die Einnahmen der Kommune niedergeschlagen hat. Für die Bürger bedeutet das im Umkehrschluss, dass sich Wassersparen nicht automatisch auch positiv auf den eigenen Geldbeutel auswirkt.
Anders als andere Kommunen verlangt Gerlingen keine Grundgebühr. Laut der Rathaussprecherin Sofie Neumann gibt es zwei Möglichkeiten, Gebühren zu erheben: Die Umlage der Kosten erfolgt ausschließlich nach dem Verbrauch, oder die Kommune verlangt einen Grundbetrag für jeden Anschluss und dafür geringfügig geringere laufende Gebühren – „ähnlich wie die Grundgebühr je Behälter und dann die Leerungen extra bei den Müllgebühren“.
Bei der Regelung mit einer Grundgebühr, so Neumann, müssten diejenigen, die einen sehr niedrigen Verbrauch haben, prozentual mehr für das Wasser zahlen als Mehrfamilienhäuser, die nur einen Anschluss haben, weil diese immer gleich sind. Bei der Regelung ohne Grundgebühr dagegen zahle der Geringverbraucher nur einen Teil der Kosten für den Zähler, weil diese Kosten in der Verbrauchsgebühr enthalten sind. „Das Mehrfamilienhaus zahlt dafür mehr, als der Zähler eigentlich kostet, belastet die Kanäle aber auch mehr als ein Einpersonenhaushalt.“
Die Stadt Korntal-Münchingen nimmt nächstes Jahr 106 220 Euro mehr ein, wenn sie die Gebühr um zehn Cent pro Kubikmeter Wasser erhöht – auf dann 2,47 Euro. Die Grundgebühr bleibt bei 18 Euro. Ein Rechenbeispiel der Stadt zeigt: Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 44 Kubikmeter Wasser pro Person steigen für eine vierköpfige Familie die jährlichen Wasser- und Abwasserkosten von 672,72 auf 699,12 Euro. Auch die Schmutzwassergebühr wird teurer, um fünf Cent auf 1,40 Euro. Als Gründe für die Erhöhung der Wassergebühr nennt die Stadt eine höhere Betriebskostenumlage an den Zweckverband Strohgäu-Wasserversorgung aufgrund allgemeiner Kostensteigerungen und höherer Investitionen und Abschreibungen. Der Zweckverband habe angekündigt, im Jahr 2025 die Betriebskostenumlage um sechs Cent zu erhöhen.
Die Hemminger zahlen künftig 2,66 Euro pro Kubikmeter Wasser. Das sind 26 Cent mehr als bisher. Die Grundgebühr erhebt die Gemeinde gestaffelt nach der Zählergröße. Sie reicht von 48 bis 756 Euro im Jahr. Auch fürs Schmutzwasser geben die Bürger bald mehr aus, 1,54 statt 1,33 Euro. Dafür sinkt die Niederschlagswassergebühr: Sie beträgt von Januar an je Quadratmeter versiegelte Fläche 39 Cent. Noch sind es 41.
Ditzingen plant erst für das Jahr 2026 eine Erhöhung der Frischwassergebühr von 8,8 Prozent. Damit bleibt der Preis pro Kubikmeter bei 2,38 Euro. Die Stadtverwaltung betont, mit einer Frischwassergebühr von 2,55 Euro brutto liege die Stadt unter dem für das Jahr 2025 hochgerechneten Landesdurchschnitt von 2,64 Euro je Kubikmeter.