Höhle in Thailand: Toter Rettungstaucher Thailand trauert um einen Helden

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Den thailändischen Jungen geht es am Tag nach ihrer Rettung aus der Tham-Luang-Höhle gut. Doch der tödlich verunglückte Taucher Saman Gunan bleibt unvergessen.

Ein thailändischer Marinetaucher hält das Porträt des verstorbenen Saman Gunan hoch. Foto:  
Ein thailändischer Marinetaucher hält das Porträt des verstorbenen Saman Gunan hoch. Foto:  

Chiang Rai/Stuttgart - Erinnerung an Saman Gunan. Wir hoffen, dass all jene, die Saman lieben, durch den Besuch seines Profils Trost finden.“ Auf Facebook haben Freunde des in der Tham-Luang-Höhle verunglückten Tauchers Saman Gunan eine Gedenkseite eingerichtet. Das Titelfoto zeigt den Ex-Marinetaucher aus der Provinz Chiang Rai im Nordosten Thailands bei seinen Hobbys Triathlon und Radfahren.

Saman Gunan war ehemaliger Marinetaucher

Der 38-jährige Saman Gunan war früher Mitglied der Thai Navy Seals, einer Eliteeinheit der thailändischen Armee. Zuletzt hatte er als Sicherheitsbeamter auf einem Flughafen gearbeitet. Ehrenamtlich hatte er beim Aufbau einer Sauerstoffleitung zu der seit dem 23. Juni eingeschlossenen Fußballmannschaft mitgearbeitet.

Auf dem Rückweg aus dem Höhlenlabyrinth wurde er am vergangenen Freitag gegen 20 Uhr von einer Sturzflut überrascht. Weil er nicht genügend Sauerstoff dabei hatte, verlor er das Bewusstsein und ertrank. Sein Begleiter hatte noch vergeblich versucht, ihn in Sicherheit zu bringen und wiederzubeleben.

Letzte Botschaft auf YouTube

Vor seinem lebensgefährlichen Einsatz hatte der 38-Jährige noch eine Videobotschaft auf Youtube veröffentlicht: „Wir sehen uns heute Abend. Wir holen die Kids nach Hause.“

König bezahlt Beerdigung

Der thailändische König Rama X. erklärte am Mittwoch, er würde für das Begräbnis aufkommen. Der Leichnam des verstorbenen Tauchers wurde bereits vom Flughafen Mae Fah Luang in der Provinz Chiang Rai in seinen Heimatort geflogen und dort beerdigt.

„Ich bin sehr traurig, weil ich meinen geliebten Sohn verloren habe“

Saman Gunan war einer von rund 80 Thai Navy Seals, die den Großteil des internationalen Taucherteams ausmachten, die an der Rettungsaktion beteiligt waren. Seine Ehefrau Waleeporn Gunan sagte: „Es ist, als wäre ich gestorben, aber ich lebe noch.“ Ihr Mann sei als „Held“ gestorben. „Er liebte es, anderen zu helfen, Wohltätigkeitsarbeit zu leisten und Dinge zu erledigen.“

Sein Vater erklärte, er sei „sehr stolz“ auf seinen Sohn. „Aber ich bin auch sehr traurig, weil ich meinen geliebten Sohn verloren habe.“

„Mögest du in Frieden ruhen“

In einer Stellungnahme würdigten die Thai Navy Seals ihren früheren Kollegen als Helden, der „immer in den Herzen aller Taucher bleiben“ wird. „Saman hat uns verlassen, als er als Taucher gearbeitet hat und in einer Zeit, in der sich alle Taucher zusammengeschlossen haben, um die Mission zu erfüllen. Sein Einsatz und seine Entschlossenheit werden immer in den Herzen aller Taucher bleiben. Mögest du in Frieden ruhen, und wir werden diese Mission erfüllen, wie du es dir gewünscht hast“.

Den Geretteten geht es gut

Kunan ist das einzige Todesopfer der dramatischen Rettungsaktion geblieben. Am Montag und Dienstag holten Taucher die zwölf Jungen und ihren Trainer nach und nach aus der Höhle. Nach Aussage der behandelnden Ärzte haben die geretteten Jung-Fußballer die lange Zeit unter der Erde gut überstanden.

Amtsarzt Thongchai Lertvilairattanapong hob bei einer Pressekonferenz am Mittwoch im Krankenhaus von Chiang Rai ihren „sehr guten mentalen Zustand“ hervor. „Das ist wahrscheinlich deshalb, weil sie die ganze Zeit gemeinsam als ein Team verbrachten, wo einer dem anderen hilft.“

Alle von ihnen seien bei guter körperlicher Gesundheit, ohne irgendein Fieber oder schwere Infektionen. Nur drei von ihnen haben leichte Lungenentzündungen, betonte Thongchai. Die Jungen im Alter zwischen elf und 16 und ihr 25-jähriger Trainer werden bis zu einer Woche im Krankenhaus bleiben, um die Behandlung sicherzustellen.

Höhlenrettung soll verfilmt werden

Unterdessen erklärte die US-Produktionsfirma Pure Flix Entertainment, dass sie die spektakuläre Rettung verfilmen wolle. Solch ein Film könne Millionen Menschen weltweit inspirieren, sagte Geschäftsführer Michael Scott via Twitter. „Die Tapferkeit und das Heldentum, die ich erlebt habe, sind unglaublich inspirierend, also ja, das wird ein Film für uns sein.“

Vater von Rettungsarzt gestorben

Traurige Nachricht gab es für einen der Retter: Kurz nach dem Ende der Mission starb der Vater eines Mitglieds des Rettungsteams. Der australische Arzt Richard Harris hatte täglich den gefährlichen, knapp vier Kilometer langen unterirdischen Weg zurückgelegt.

Harris werde heimreisen und eine „wohlverdiente Auszeit“ bei seiner Familie bekommen, erklärte der Chef des Südaustralischen Rettungsdienstes. „Ich habe mich oft nach dem Sinn gefragt und ob mein Höhlentauchen zu etwas gut ist“, hatte Harris während der Rettungsaktion erklärt. „Die Zeit hier hat mir beim Kampf ums das Leben der Kinder die Antwort gegeben.“