In der Stadtbibliothek ist am Montag die neue Literaturveranstaltung „Hörzeit in Münster“ gestartet.

Leben: Nina Ayerle (nay)

Münster - Eine großartige Veranstaltung“, schwärmte Mareli Verderber aus Freiberg. In der Zeitung habe sie von der neuen Reihe in der Stadtteilbibliothek gelesen und sei deshalb nun – zum ersten Mal in ihrem Leben – in Münster.

Ein herbstliches Thema hatte sich die Schauspielerin und Rezitatorin Irmgard Förch für die Auftaktveranstaltung der neuen Reihe „Hörzeit in Münster“ in der Stadtteilbibliothek ausgesucht.

Unter dem Motto „Wenn die Zwetschgenkuchen blühen“ las Förch den 30 Zuhörern Gedichte, Geschichten und Erzählungen von Conrad Ferdinand Meyer, Erich Kästner, Bertolt Brecht und anderen Autoren vor, darunter „Altweibersommer“, „September“ oder „Zwetschgendieb“. Dass es ausgerechnet an diesem Tag mit 28 Grad Celsius eher hoch- als spätsommerlich warm war, störte die Zuhörer überhaupt nicht. „Sie liest mit so viel Herzblut“, lobte auch der Leiter der Stadtteilbibliothek Münster, Tom Ahlers. Nicht nur Irmgard Förch gab sich bei der ersten Literaturveranstaltung in der Bibliothek die Ehre, sondern auch die Trommelgruppe „Oldies Live Band“ aus Münster. Vor einem Jahr fand sich die Band zusammen und ganz Münster ist stolz auf sie: „Welcher Stadtbezirk außer Münster hat schon seine eigene Band“, sagte die Bezirksvorsteherin Renate Polinski bei ihrer Begrüßung.

Die Hörbuch-Kultur erlebt gerade eine Phase der Renaissance

Klar, dass die „Oldies Live Band“ bei der neuen Reihe für die musikalische Umrahmung zuständig ist. Mit einem Tusch startete die Gruppe in die neue Serie, die künftig alle zwei Monate jeweils am zweiten Montag im Monat stattfindet.

Die Reihe „Hörzeit“ ist ein gemeinschaftliches Projekt der Stadtteilbücherei, des Bezirksbeirats und des Pflegezentrums Münster. Ein kontinuierliches Vorleseangebot ist für die Zukunft geplant. Bei den ersten vier Veranstaltungen liest die Stuttgarterin Irmgard Förch. „Aber wir sind auch offen für andere Künstler“, betonte Tom Ahlers. Er wünscht sich, dass die Literaturveranstaltung ein Ort der Begegnung wird. Die Gäste können sich im Anschluss bei Häppchen und Getränken unterhalten. Das unterstützt der Bezirksbeirat Münster mit jeweils 90 Euro. „So etwas fehlte bisher in Münster“, meinte die Bezirksvorsteherin Renate Polinski.

Bisher waren die Veranstaltungen für Erwachsene in der Stadtteilbibliothek eher schlecht besucht. Das soll sich mit der „Hörzeit“ ändern.

Die Idee für die Veranstaltung hatten Tom Ahlers und Elke Brünle, Leiterin aller dezentralen Einrichtungen der Stuttgarter Stadtbibliothek. „Die Hörbuch-Kultur erlebt eine große Renaissance“, begründeten Ahlers und Brünle die Auswahl des Konzepts. Elke Brünle hofft nun auf einen festen Besucherstamm, der sich auch mit eigenen Vorschlägen einbringt.

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