Hofmarkt aus Waiblingen Weniger Ernte-Stress im Feld – warum diese Erdbeeren besser schmecken

, aktualisiert am 06.05.2026 - 11:11 Uhr
Erdbeeren werden auf den Feldern des Hofmarktes Schmid frisch gepflückt und verkauft. Foto: Gottfried Stoppel

Die Erdbeersaison im Rems-Murr-Kreis steht vor der Tür. Warum die Freiland-Erdbeeren vom Hofmarkt Schmid besonders schmackhaft sind und was Käufer beachten sollten.

Volontäre: Marie Part (par)

Kaum ist der Start der Spargelsaison ein paar Wochen her, kündigt sich im Rems-Murr-Kreis schon die nächste Ernte an, auf die Käufer begierig warten: die der Erdbeeren. Auf den Feldern des Hofmarktes Schmid, die von der gleichnamigen Familie in Waiblingen bewirtschaftet werden, wachsen die ersten Früchte heran. Noch sind die Beeren nicht reif, doch es wird nicht mehr lange dauern, bis die Ernte beginnen kann.

 

Die ersten Freiland-Erdbeeren werden wohl Anfang bis Mitte Mai geerntet werden können, so die Einschätzung von Daniel Schmid, dem Geschäftsführer des Familienbetriebs. Ganz genau lasse sich das aber nicht vorhersagen, da vor allem die Nachttemperaturen in den kommenden Tagen entscheidend für die Entwicklung der Früchte seien. Tagsüber ist es aktuell zwar schon warm genug, doch kalte Nächte bremsen das Wachstum.

„Frühjahr begünstigt Erdbeerwachstum, Regen noch nötig“

„Eigentlich war das Frühjahr sehr gut für die Entwicklung der Erdbeeren“, sagt Daniel Schmid. Die Pflanzen mögen es nicht zu heiß und nicht zu kalt. Extreme Frost und Bodentemperaturen deutlich unter null Grad können den Blüten schaden, doch das ist bisher ausgeblieben. Etwas Regen würde den Früchten allerdings guttun.

Bald ist es so weit: Die Ernte steht kurz bevor. Foto: Gottfried Stoppel

Die Familie Schmid bewirtschaftet derzeit acht Hektar Erdbeerfelder. Der Landwirt rechnet in dieser Saison mit vielen Früchten. Einige Pflanzen tragen 60 bis 80 Beeren. Das entspricht im Verkauf etwa zwei Schalen. Entscheidend ist allerdings, ob die Erdbeeren gesund geerntet werden können. Extreme Niederschläge oder Hagel könnten die Ernte noch beeinträchtigen. „Man hat die Schale noch nicht im Haus“, meint Schmid.

Viele Erzeuger setzen inzwischen auf den sogenannten geschützten Anbau unter Folientunneln, um Erträge besser planen zu können und weniger abhängig vom Wetter zu sein. Doch der Hofmarkt Schmid geht einen anderen Weg. Dort wachsen die Erdbeeren ausschließlich im Freiland.

„Stress macht Erdbeeren vom Hofmarkt Schmid besonders lecker“

Diese Art des Anbaus bedeutet zwar mehr Unsicherheit, hat für den Landwirt aber zwei große Vorteile: „Wir haben nicht diese wahnsinnigen Ernte-Peaks, bei denen man nicht mehr ins Bett kommt und nur noch arbeitet.“ Außerdem schmecke eine Pflanze, die ein wenig unter Stress kommt, immer besser als eine Pflanze, die wie im Gewächshaus wächst.

Zum Start rechnet Daniel Schmid mit einem Preis von etwa 3,90 bis 4 Euro pro Schale. Das entspreche ungefähr dem Niveau des Vorjahres. Aktuell liegen die Preise der Erdbeeren teils noch über fünf Euro, Schmid erwartet aber, dass die Preise zurückgehen, sobald die Freiland-Erdbeeren auf den Markt kommen. Bei Erdbeeren richtet sich der Preis stark nach Angebot und Nachfrage. Wenn viele Erdbeeren gleichzeitig reif werden, sinkt der Preis. Bleibt der Mai kühl und die Erntemenge gering, könnten die Preise länger hoch bleiben.

Daniel Schmid vom Hofmarkt Schmid Foto: Gottfried Stoppel

Verkauft werden die Erdbeeren im Hofmarkt, auf dem Waiblinger Wochenmarkt, im Fachgeschäft in Korb sowie täglich auf dem Großmarkt. Der Hofmarkt Schmid verkauft allerdings nicht nur eigene Produkte, sondern versteht sich als Obst- und Gemüsefachgeschäft.

Gibt es beim Hofmarkt Schmid noch Selbstpflückfelder?

Beim Hofmarkt Schmid gibt es keine Selbstpflückfelder mehr. „Selbstpflücken ist zu einem Wochenend-Event geworden“, sagt Schmid. Viele wollten nur kleine Mengen pflücken und etwas naschen. Wirtschaftlich lohne sich das für den Betrieb nicht mehr.

Erdbeeren verlieren schnell Aroma – besonders in den ersten Stunden nach der Ernte. Am besten kauft man sie frisch und isst sie innerhalb von ein bis zwei Tagen. Sie lassen sich zwar auch noch länger aufbewahren, doch das sei nicht ideal. Lagern sollte man sie nicht luftdicht in Plastik, sondern in einer Papiertüte, damit sie noch etwas „atmen“ können.

Am Aussehen allein lässt sich guter Geschmack kaum erkennen. „Erdbeeren können super schön aussehen, aber nach gar nichts schmecken“, sagt Schmid. Sein Tipp: Am besten dort kaufen, wo man probieren darf oder wo man bereits gute Erfahrungen gemacht hat.

Weitere Themen