Holzgerlingen ist stolz auf seine Integrationsarbeit 1400 Gespräche mit Geflüchteten geführt

Integration gelingt durch Sprache – und durch Gespräche, wie sie zum Beispiel in Holzgerlingen mannigfaltig geführt werden. Foto: Coloures-Pic/stock.adobe.com

Holzgerlingen muss dieses Jahr noch 150 Menschen aufnehmen. Das macht der Schönbuchkommune aber keine Angst.

420 Menschen mit Fluchthintergrund leben derzeit in Holzgerlingen. 55 davon sind der Stadt im vergangenen Jahr vom Landkreis zugeteilt worden. Wie läuft das tägliche Miteinander in der Schönbuchkommune? Verhältnismäßig gut, gab sich Integrationsmanager Jochen Wacker in der jüngsten Gemeinderatssitzung zufrieden. Doch sieht er im Kommenden die ein oder andere Herausforderung: Im Laufe dieses Jahres kommen insgesamt knapp 150 weitere Geflüchtete hinzu.

 

Vor einigen Jahren hatte die Stadtverwaltung Holzgerlingen beschlossen, sich in Sachen Integrationsmanagement nicht mehr nur auf das Landratsamt zu verlassen, sondern das Thema ein Stück weit selbst in die Hand zu nehmen – und selbst Geld zu investieren. Mit Jochen Wacker gibt es seither einen hauptamtlichen Integrationsmanager, der von zwei Teilzeitkräften sowie zwei Bundesfreiwilligendienstleistenden unterstützt wird. Knapp 1400 Beratungsgespräche hat das Team allein im vergangenen Jahr mit Geflüchteten geführt, erzählt er. Die drängendsten Themen seien dabei Leistungsbezüge, Kinder und deren Bildung, die Wohnungssuche und der Arbeitsmarkt gewesen.

Wacker blickt zufrieden auf mehrere Aktionen zurück, die das Integrationsmanagement gemeinsam mit Kooperationspartnern geleistet hat, wie beispielsweise das Gruppenangebot „Mind Spring“ oder den Mal-Ort. Besonders hebt Wacker dabei den Einsatz der Schüler des Schönbuch-Gymnasiums hervor: „Die jungen Leute haben sehr engagiert mitgemacht.“

Herausfordernd klingt indes die Prognose für’s laufende Jahr: 149 Geflüchtete sollen neu nach Holzgerlingen ziehen, beziehungsweise sind in den vergangenen Wochen bereits angekommen. Dafür wurde eine Gemeinschaftsunterkunft mit rund 90 Plätzen in der Max-Eyth-Straße eingerichtet. Knapp 20 Ukrainer sind bereits eingezogen, weitere folgen in den kommenden Wochen. Es werden aber künftig, so Wacker, auch Geflüchtete aus anderen Ländern dort wohnen. „Bisher läuft es ganz gut“, zog er ein erstes Fazit.

Bürgermeister: „Wir sind nah am Menschen dran“

Dem schließt sich Holzgerlingens Bürgermeister Ioannis Delakos an. Er sieht das städtische Integrationsmanagement als einen großen Erfolgsfaktor. „Wir sind nah an den Menschen dran.“ Die größten Herausforderungen seien nun, diesen in den Arbeitsmarkt und in ein selbstbestimmtes Leben zu verhelfen. Markus Rupprecht (BNU) lobte ausdrücklich, dass die Stimmung in Holzgerlingen noch nicht gekippt sei – wie es in anderen Kommunen im Umkreis offenkundig der Fall sei. Deshalb wünschte er sich mehr Öffentlichkeit für die positiven Geschichten – wie es sie in Holzgerlingen zu geben scheint.

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