Holzgerlinger Herbst Volksfest zieht Tausende auf die Schönbuchlichtung

Kaiserwetter beim Holzgerlinger Herbst: Tausende schlendern am Sonntag durch die Stadt. Foto: /Stefanie Schlecht

Bei der 23. Auflage des Holzgerlinger Herbstes sind am Sonntag erneut Tausende Besucherinnen und Besucher auf die Schönbuchlichtung gekommen. Die Stimmung unter den Gästen war entspannt – die Parksituation dagegen nicht.

Böblingen: Julia Theermann (the)

Gerade einmal halb so warm ist es an diesem Sonntag wie im vergangenen Jahr. Dennoch gibt es für die Besucherinnen und Besucher beim Holzgerlinger Herbst Sonne satt. Und dabei sah es am Morgen noch überhaupt nicht nach einem erfolgreichen Tag für die 23. Auflage des Stadtfests aus. Als der Holzgerlinger Herbst im Jahr 2000 erstmals gefeiert wurde, ging es darum, die Innenstadt zu beleben. Mission erfolgreich, kann man sagen: Um die 10 000 Leute, schätzt Monika Urban vom Handels- und Gewerbeverein Holzgerlingen (HGH), sind in die Stadt gekommen, wo sie 38 geöffnete Geschäfte und Stände sowie 16 gastronomische Angebote erwarten.

 

Heimatmuseum und Geschäfte Auch im Strickladen von Ute Mehl ist es voll. „Wir sind jetzt das elfte Jahr dabei“, sagt sie. „Es ist einfach ein Hobby. Und es hat sich mittlerweile eine richtige Gemeinschaft aus den Stricktreffs hier entwickelt.“ Beim Heimatmuseum um die Ecke gibt es Kraut- und Zwiebelkuchen sowie frisch gepressten Süßmost. „Wir haben erst gedacht, die Leute bleiben weg“, sagt Peter Görke, Geschäftsführer des Heimatmuseums Holzgerlingen. Während zum Start um 11 Uhr nur die hartgesottenen Flohmarktgänger durch die Gassen streifen, zieht es am Nachmittag zum Beginn des verkaufsoffenen Sonntags auch zunehmend Familien und Freundesgruppen auf die Straßen. Das Team des Heimatmuseums ist seit der ersten Auflage des Holzgerlinger Herbstes mit dabei. Ihre rund 70 Jahre alten Mostpressen geben alles. Rund 300 Liter Süßmost werden an diesem Sonntag aus Äpfel von den umliegenden Obstwiesen gepresst, erklärt Frank Zipperle vom Heimatverein.

Musikalisches Programm am Marktplatz

Musik Noch mehr zu essen und trinken gibt es auf dem Marktplatz. Hier ist es stets proppenvoll, und hier ist auch der Hauptteil der musikalischen Unterhaltung. Fast eineinhalb Stunden lang singt beispielsweise die Holzgerlingerin Silvia Gold aus ihrem Repertoire. Von dem unter anderem durch Diana Ross bekannten „Hit Ain’t No Mountain High Enough“ bis zu dem Lied „Shallow“ aus dem Film „A Star is Born“ trifft die Sängerin mit ihrer tiefen, vollen Stimme offenbar den Nerv der Gäste. Ein paar Straßen weiter spielen zeitgleich die Harmonixx des Harmonika-Vereins Holzgerlingen auf. Direkt im Anschluss an Silvia Gold steht schon das Worship SEK in den Startlöchern, eine christliche Band. „Wir verstehen uns als Sondereinsatzkommando, also SEK, weil wir keine feste Band sind“, erklärt Schlagzeuger Kurt Renz. Es handele sich um vier bis fünf Musiker aus verschiedenen Gemeinden und Konfessionen. „Wir wollen Brücken bauen“, sagt er.

Programm Brücken bauen will auch die Volksbank Schönbuch mit dem Angebot an ihrem Stand – und zwar zwischen Jung und Alt. Mit dem Kunstbike der Kunstbox aus Karlsruhe hat man sich Hilfe von außerhalb geholt. Ein zur Farbschleuder umgebautes Fahrrad lässt bunte Kreise auf Jutetaschen entstehen. „Einer strampelt, und der andere kreiert mit den Farben ein Kunstwerk“, erklärt Nicole Wittemann. Ihre ganz eigene Kunst zeigt an diesem Tag auch Maria Bartsch aus Böblingen, die aus Buchseiten komplizierte Muster und Schriftzüge faltet. Für Bürgermeister Ioannis Delakos hat sie das Holzgerlinger Wappen zu Papier gebracht. „Das soll in seinem Amtszimmer stehen“, sagt sie.

Maria Bartsch macht Kunst aus Büchern. /Stefanie Schlecht

Besucher „Es ist einfach für jeden was dabei“, lobt eine 58-jährige Besucherin aus Gärtringen das Angebot. Sie ist mit ihrer Enkeltochter gekommen. „Der Flohmarkt, das Essen und Trinken, auch die Livemusik ist toll.“ Einen 77-jährigen Holzgerlinger zieht es dagegen nur alle drei bis vier Jahre zum Holzgerlinger Herbst. „Es ist sehr wetterabhängig“, sagt er. Ihm gefalle aber, dass hinter so gut wie allen Ständen Menschen aus dem Ort stünden.

Parken Ein Wermutstropfen für einige Besucherinnen und Besucher dürfte die Parksituation gewesen sein. Gut eine halbe Stunde konnte es dauern, einen Stellplatz halbwegs in der Nähe zu kriegen. „Das Angebot hat in den vorigen Jahren immer gepasst“, sagt Monika Urban vom HGH. Dass es diesmal Ärger mit den Parkplätzen gegeben habe, sieht sie als Hinweis darauf, dass das Fest mehr Besucher angezogen habe als sonst. Darüber hinaus werbe sie auch dafür, mit Bus oder Bahn zu kommen.

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