Holzgerlinger Tesla-Zentrum Staatsschutz ermittelt wegen Brandstiftung

Mehrere Elektrofahrzeuge sind im April bei Tesla ausgebrannt. Foto: Stefanie Schlecht

Der Brand im Holzgerlinger Auslieferungszentrum der Automarke Tesla vor einigen Wochen wurde mit Absicht gelegt. Der Staatsschutz ermittelt.

Böblingen: Melissa Schaich (mel)

Ende April haben auf dem Tesla-Gelände in Holzgerlingen mehrere Neuwagen gebrannt. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus. Bereits damals bestand der Verdacht, dass jemand das Feuer gelegt haben könnte. Jetzt bestätigt die Polizei: Derzeit müsse davon ausgegangen werden, dass es sich um Brandstiftung handele. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass hinter dem Brandanschlag ein politisches Motiv steckt, ermittelt nun der Staatsschutz.

 

In der Brandnacht sind die dichten Rauchschwaden über dem Tesla-Auslieferungszentrum nicht zu übersehen – es sind Anwohner, die die Feuerwehr um 1.52 Uhr alarmieren. Der Ort, an dem seit Dezember 2022 E-Autos ihren Käufern übergeben werden, wird in dieser Nacht zum Tatort. Mit einem Großaufgebot sind die Einsatzkräfte vor Ort und finden westlich der Halle elf brennende Neuwagen vor, ein weiteres Auto wird durch die Flammen in Mitleidenschaft gezogen.

Steckt hinter der Tat ein politisches Motiv?

Der Brand in Holzgerlingen reiht sich in eine Serie von Brandanschlägen gegen den Autohersteller Tesla ein: So war zum Beispiel die Tesla-Autofabrik in Grünheide in Brandenburg in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Brandanschlägen. Erst Ende Februar hatten Unbekannte auf Baustellen und an Signalkabeln der Bahn Feuer gelegt. Später bekannte sich eine linksextreme Gruppierung zu der Aktion.

Und auch in den USA haben in den vergangenen Monaten aus Protest gegen die Regierung von Donald Trump immer wieder Teslas gebrannt. Elon Musk – der Mitbegründer von Tesla – hatte bis vor kurzem eine wichtige Position in der amerikanischen Regierung inne.

Ein politisches Motiv kann auch in Holzgerlingen nicht ausgeschlossen werden. Die Sachbearbeitung des Falls liegt deshalb beim Staatsschutz. „Ein Bekennerschreiben liegt uns allerdings nicht vor“, sagt Yvonne Schächtele von der Pressestelle des Ludwigsburger Polizeipräsidiums. Bislang sei der Täter unbekannt.

Bereits kurz nach der Tat hatte der Holzgerlinger Feuerwehrkommandant Markus Rath informiert, dass die Batterien der Autos nicht gebrannt hätten. Auch an Ladesäulen waren die Elektrofahrzeuge zum Zeitpunkt des Feuers nicht angeschlossen. Dies konnten nun auch die polizeilichen Ermittlungen bestätigen. Diese hätten ergeben, dass es so gut wie ausgeschlossen sei, dass die Elektroautos von alleine Feuer gefangen hätten, erklärt Schächtele. Im Umkehrschluss bedeute das, dass das Feuer von außen gelegt worden sein müsste.

Das Tesla-Zentrum befindet sich in Holzgerlingen. Foto: Archiv/Eibner-Pressefoto

Kurz nach dem Brand bezifferte die Polizei den Schaden auf rund 500 000 Euro. Autos anzuzünden sei immer mit hoher krimineller Energie verbunden, erklärt die Pressesprecherin Schächtele weiter. Vor allem, weil in Kauf genommen werde, dass das Feuer auf Gebäude oder andere Fahrzeuge hätte übergreifen können. „Das hat man nicht mehr im Griff“, sagt sie.

Bei den E-Autos handelte es sich um Fahrzeugbrände

Bei brennenden Elektroautos muss die Feuerwehr besonders achtsam vorgehen. „Wenn nur das Fahrzeug brennt, die Batterie aber nicht, gibt es keinen Unterschied zu einem Auto mit Verbrennermotor“, erklärt der Holzgerlinger Feuerwehrkommandant Markus Rath. Wenn allerdings die Batterie Feuer fange, dann sei dies auch für die Feuerwehr herausfordernd. Löschen würde sie die Batterie mit Löschwasser, dann allerdings sei Vorsicht geboten. „Selbst wenn die Batterie heruntergekühlt wurde, müssen wir sie weiter beobachten, weil es sein kann, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmals aufflammt“, erklärt Rath. Bei dem Brand auf dem Tesla-Gelände habe es sich allerdings bei der großen Mehrzahl der Autos um einen reinen Fahrzeugbrand gehandelt, sagt der Feuerwehrkommandant. Lediglich eine Batterie sei in Mitleidenschaft gezogen worden.

In Kürze: Was ist passiert?

Vorfall
In der Nacht auf den 28. April haben in Holzgerlingen mehrere Teslas gebrannt. Anwohner alarmierten die Feuerwehr, die den Brand löschte. Die Polizei bezifferte den Schaden auf rund 500 000 Euro.

Ermittlungen
Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen haben nun ergeben, dass es sich um Brandstiftung handelt. Dass die Autos von alleine Feuer gefangen haben, kann ausgeschlossen werden.

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