Mit Tobio-Honig kann man das ganze Jahr über jeden Monat eine andere Sorte essen. Streuobst, Allee (Linde), Forst, Marone (Kastanie), Tanne, Robinie oder Lichtung sind einige der Honigsorten, die das Paar zusätzlich zu Frühjahrs- und Sommerblütenhonig im Sortiment hat. Um solche reinen Honigsorten deklarieren zu können, muss der Hauptteil des von den Bienen gesammelten Nektars von den entsprechenden Blüten stammen. Das ist der Grund, warum Tobias Hinderer öfter mal Umzugsstress hat: Dann packt er über Nacht Bienenstöcke samt der zugehörigen Völker in seinen Transporter und bringt sie an die passenden Standorte. Denn Bienen beschränken sich auf einen Flugradius von rund drei Kilometern, wenn sie in diesem Bereich ausreichend Nektarquellen finden. „Die Honigbiene hat die Besonderheit, dass sie immer das anfliegt, was in der Gegend am attraktivsten ist“, erklärt der Imker.
Tobias Hinderer kümmert sich um rund 170 Bienenvölker
Und so stehen Hinderers Bienenvölker auf den Streuobstwiesen am Albtrauf, auf der Alb, im Schwarzwald, in der Pfalz, im Schwäbischen Wald oder in den neuen Bundesländern. Viele Straßenkilometer, viele Gespräche mit Landwirten und Förstern sowie stete Netzwerkarbeit braucht es, um geeignete Plätze zu finden, die die Biokriterien erfüllen. Um rund 170 Völker kümmert sich der ausgebildete Landwirt und Agraringenieur, der schon als Kind voem eigenen Bauernhof träumte. Die Bienen sind der erste Schritt in die Selbstständigkeit. Begonnen hat alles mit drei Völkern auf einer Wiese beim Garten seiner Oma. Bald waren es 20, dann 70 Völker – und irgendwann war klar, „dass wir damit auch Geld verdienen müssen“, sagt der 33-Jährige. Mit Unterstützung von Freunden und Familie ist das Ehepaar in das Abenteuer gestartet.
Emma Hinderer spielt dabei die zweite zentrale Rolle: Sie ist der kreative Part, macht den Vertrieb und das Marketing einschließlich Social Media und gibt als Grafik-Designerin den Tobio-Produkten ihr unverwechselbares Gesicht. Alle Etiketten zeigen Varianten eines frischen, modernen Designs. „Wenn wir dafür jedes Mal eine Agentur bräuchten, wäre das unbezahlbar“, sagt ihr Mann. Ergänzend zu den sortenreinen Honigen gibt es Mischungen mit Kakao, Zimt, Spekulatiusgewürz oder Ingwer. Der „Schatz“ aus dieser Serie mit Ingwer und Kurkuma steht im Winterhalbjahr deutschlandweit bei der großen Biomarktkette Alnatura im Regal. „Damit kann man sich eine Goldene Milch anrühren“, sagt Emma Hinderer. „Der Schatz ist super beliebt und fällt ein bisschen aus dem normalen Angebot raus.“ Sie tüftelt zu Hause in der Küche die Rezepte aus. „Da stehen dann 20 Schalen auf dem Tisch und wir müssen alles ausprobieren, auch die Familie und die Nachbarn“, sagt ihr Mann. Er setzt die Rezepte schließlich in der Honigküche in Unterensingen um.
Die lokale Verankerung ist Emma und Tobias Hinderer wichtig
Eine besondere Stellung unter den Honigen nimmt Nalas Kinderhonig ein: ein milder, cremiger Frühjahrsblütenhonig wie ihn Kinder mögen. Er trägt den Namen der Tochter von Emma und Tobias Hinderer, die im vergangenen Herbst tot zur Welt kam, und ist ihr und anderen „Sternenkindern“ gewidmet. Ein Teil seines Erlöses kommt der Stiftung „Deinsternenkind“ zugute.
Tobias Hinderer stammt aus dem Albvorland bei Kirchheim, seine Frau fühlt sich hier ebenfalls zu Hause. Den beiden ist die lokale Verankerung wichtig, sie verkaufen in Hofläden, regionalen Supermärkten und Bäckereien und neuerdings auch auf dem Kirchheimer Wochenmarkt. In ihrem Onlineshop bieten sie neben dem Versand auch die Möglichkeit der Abholung an.
Um diese Jahreszeit findet der Imker kaum Zeit zum Verschnaufen, zumindest bei gutem Wetter. Aber das ist im trotzdem lieber als ein verregnetes Frühjahr wie heuer, das sich direkt auf den Ertrag auswirkt. So hatten die Bienen in der frühen, warmen Phase schon fleißig Nektar gesammelt, verbrauchten ihn aber in der kühlen Periode oder in Regenphasen selbst wieder. Denn was die Insekten als Futter in ihren Brutraum eintragen, gehört ihnen selbst – nur, was im Honigraum sozusagen überschüssig ist, wird vom Imker entnommen. „Nur, wenn es den Bienen gut geht, ernten wir auch einen Honig“, sagt Tobias Hinderer.
Zehn Millionen „Mitarbeiterinnen“
Geflügelte Mitarbeiterinnen
Wie viele Bienen zu einem Volk gehören, kommt auf die Jahreszeit an – die Zahl schwankt. Im Durchschnitt kann man aber von rund 60 000 Bienen pro Volk ausgehen. Bei 170 Völkern macht das um die zehn Millionen „Mitarbeiterinnen“, die Tobias und Emma Hinderer beschäftigen.
Firmenkunden
Firmenkunden können sich Honig als Werbegeschenk mit ihrem Logo auf dem Etikett abfüllen lassen. Oder sie „mieten“ Bienenvölker für den eigenen Honig, die der Imker dann auf ihrem Gelände aufstellt und versorgt.
Weitere Infos unter: www.tobio.de