Honorarkonsul Otto Hauser Aserbaidschan-Fan geht in Rente

Besuch in Aserbaidschan: Otto Hauser (rechts) mit Präsident Alijev und Parteifreund Oettinger Foto: picture-alliance/ dpa/DB Sascha Baumann

Otto Hauser hört als Konsul auf, streitet aber weiter mit seinen Kritikern.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Stuttgart - Als Stuttgarter Honorarkonsul von Aserbaidschan hatte Otto Hauser (CDU) elf meist gute Jahre. Er vermittelte Wirtschaftskontakte, pflegte den Kulturaustausch und reiste immer wieder in die Kaukasusrepublik. Nur zuletzt wurde dem einstigen Kurzzeit-Sprecher von Kanzler Kohl das Ehrenamt etwas vergällt. Da stand der Verdacht im Vordergrund, das autokratische Regime in Baku habe westliche Politiker mit Geld und Geschenken „gekauft“ – in Deutschland vor allem solche der Union. Die Justiz ermittelt.

 

Nun ist Schluss für Hauser und das einzige deutsche Konsulat, offiziell aber nicht wegen der „Aserbaidschan-Affäre“. Er beende seine Tätigkeit und gehe „in den Ruhestand“, erfahren Besucher der Homepage. Für Visa und Anderes möge man sich an die Botschaft in Berlin wenden. Nächstes Jahr wird der Esslinger 70, da erscheint der Rückzug nachvollziehbar. Doch der Ärger um die Affäre verfolgt Hauser noch in die Rente. Erst im Sommer prozessierte er vor dem Landgericht gegen das Online-Magazin „Vice“, das ihn als „wichtigsten Strippenzieher der Baku-Connection“ bezeichnet hatte. Das wollte der Konsul nicht dulden, weil er damit in den Geruch von Korruption gerückt werde.

Einigung vor dem OLG angestrebt

Doch die Richter werteten es als zulässige Meinung. Sie verboten nur zu behaupten, Hauser habe Wahlen in Aserbaidschan als „frei, fair und demokratisch“ und den Herrscher Alijev als „großen Führer“ gelobt. Der Rechtsstreit ging indes weiter. Derzeit sei am Oberlandesgericht ein Berufungsverfahren anhängig, bestätigt eine Sprecherin, aber noch nicht terminiert. Die Parteien hätten nämlich signalisiert, dass sie eine „Gesamteinigung“ anstrebten. Klappt das, könnte Hauser bald wieder ungetrübt an Aserbaidschan denken. Er werde, schrieb er zum Abschied, den Menschen dort immer „verbunden bleiben“.

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