Sie verbindet eine lange Zeit erfolgreiche Zusammenarbeit bei den Stuttgarter Kickers in der dritten Liga zwischen September 2013 und November 2015. Der ehemalige Kapitän Enzo Marchese hat den Kontakt zu seinem Ex-Trainer Horst Steffen immer gehalten. „Natürlich werde ich am Donnerstag in Heidenheim sein“, sagt Marchese vor dem Relegationsspiel um den letzten zu vergebenden Platz in der Fußball-Bundesliga. Um 20.30 Uhr erwartet der Bundesliga-16. 1. FC Heidenheim in der Voith-Arena den Zweitliga-Dritten SV Elversberg, bei dem nach Informationen unserer Redaktion im übrigen Stürmer Luca Pfeiffer (zuletzt an den Karlsruher SC verliehen/Vertrag beim VfB Stuttgart bis 2026) heiß im Gespräch ist.
Rückspiel am 26. Mai
Das Team von Horst Steffen empfängt den FCH dann am kommenden Montag (20.30 Uhr/jeweils Sat.1) zum entscheidenden Rückspiel und kann Geschichte schreiben: Es wäre der erste Bundesliga-Aufstieg in der Vereinsgeschichte für den Club aus dem Saarland.
Horst Steffen wäre dann das, was ihm Marchese schon vor einem Jahrzehnt prophezeit hat: Ein Trainer in der Beletage. „Ich lege meine Hand ins Feuer, dass Horst Steffen ein Bundesligatrainer wird – früher oder später“, hatte der frühere Mittelfeldstratege in einem Interview mit unserer Redaktion im September 2015 gesagt. Seine Begründung damals: „Er kann hervorragend erklären und bringt die kleinsten Details verständlich rüber. Zudem ist seine Menschenführung überragend.“
Erfrischender Fußball
In dieser Einschätzung fühlt sich der 42-Jährige bestätigt. Auch mit knapp zehn Jahren Abstand schwärmt er in den höchsten Tönen von Steffen: „Er hat einfach für jeder Phase des Spiels Lösungen – und die gibt er den Spielern an die Hand. Horst steht für absolut erfrischenden Fußball.“ Obwohl der gebürtige Rheinländer nicht der harte Hund sei, habe er seine Mannschaft total im Griff. „Er kann auch hart und laut sein, bleibt aber immer sachlich. Bei ihm weiß man einfach, wo man dran ist. Das gilt für die Nummer eins bis zur Nummer 24 im Kader. Seine Kommunikation ist immer ehrlich, seine Trainertür steht immer offen“, sagt Marchese.
Die Stuttgarter Kickers waren für Steffen etwas ganz Besonderes. Es war seine erste Trainerstation bei einer aktiven ersten Mannschaft. Der damalige Kickers-Sportdirektor Michael Zeyer holte seinen ehemaligen Mitspieler beim MSV Duisburg von der U19 von Borussia Mönchengladbach als Nachfolger von Jürgen Hartmann, der interimsweise Massimo Morales abgelöst hatte. In der Saison 2013/14 führte Steffen (mit seinem Assistenten Sreto Ristic) die anfangs abstiegsbedrohten Kickers noch auf Platz acht in der dritten Liga.
37 000 Fans gegen BVB
In der Saison 2014/15 schrammten die Blauen unter Steffens Regie knapp an den Relegationsspielen zur zweiten Liga vorbei, landeten auf Platz vier. Unvergessen in der damaligen Phase der starke Auftritt im DFB-Pokal am 16. August 2014 gegen Borussia Dortmund (1:4) vor 37 000 Zuschauern in Bad Cannstatt.
Nachfolger von Seitz bei SVE
Doch nach sechs Niederlagen in Serie trennten sich die Kickers am 4. November 2015 von Steffen. Nachfolger Tomislav Stipic konnte den Abstieg nach einem dramatischen letzten Spieltag nicht verhindern. Für die Blauen ging es 2018 sogar in die Oberliga runter, Steffen landete nach den Stationen Preußen Münster und Chemnitzer FC am 29. Oktober 2018 als Nachfolger von Roland Seitz in Elversberg. Ein märchenhafter Aufstieg begann. 2022 gelang mit der SVE der Sprung in die dritte Liga, 2023 folgte gleich der Durchmarsch in die zweite Liga. Nach einem elften Platz in der Saison 2023/2024 geht es jetzt in den Relegationsspielen um den Bundesliga-Aufstieg gegen den 1. FC Heidenheim.
Ein Gegner (auch damals natürlich trainiert von Frank Schmidt), mit dem Steffen auch zu seiner Zeit bei den Kickers die Klingen kreuzte. Am 1. März 2014 gab es in Degerloch in der dritten Liga ein denkwürdiges 3:3 nach einer 3:0-Führung der Blauen. Am Ende der Saison stiegen die Heidenheimer neben RB Leipzig in die zweite Liga auf – mit dem Double in der Tasche. Denn auch das WFV-Pokal-Endspiel in Großaspach hatte das Schmidt-Team am 7. Mai 2014 mit 4:2 für sich entschieden. Gegen die Kickers mit Coach Horst Steffen.