Hotel Silber in Stuttgart Die Bitte des Sohns blieb ungehört

Von Torsten Schöll 

Der Zeitzeuge Heinz Hummler erinnert sich in der künftigen Gedenkstätte Hotel Silber an die Ermordung seines Vaters durch das Regime. Als kleiner Junge schrieb er einen Brief, um seinen Vater vor dem Tod zu bewahren.

Der Widerständler Anton Hummler saß im Hotel Silber ein. Das Bild zeigt die Dorotheenstraße 6 und die Markthalle. Das Hotel Silber befand sich in der Dorotheenstraße 10. Foto: privat 4 Bilder
Der Widerständler Anton Hummler saß im Hotel Silber ein. Das Bild zeigt die Dorotheenstraße 6 und die Markthalle. Das Hotel Silber befand sich in der Dorotheenstraße 10. Foto: privat

Stuttgart - Der mit einer Kinderhandschrift verfasste Brief, den der 12 Jahre alte Heinz Hummler im August 1944 an den Reichsjugendführer Artur Axmann geschrieben hat, gehört zu den eindrucksvollsten Dokumenten, die in der Dauerausstellung der Gedenkstätte „Hotel Silber“ zu sehen sind. Der erste Satz des Schreibens lautet: „Unterzeichneter Pimpf bittet um Begnadigung seine Vaters Anton Hummler.“ Es ist der verzweifelte Versuch eines Kindes, seinen Vater aus dem Gefängnis zu befreien und vor dem Tod zu bewahren. „Sollte uns das Schwere alles treffen“, schließt der Junge seinen Bittbrief, „weiß ich nicht, wie es meine Geschwister und meine liebe Mutter tragen können. Darum bitte ich von ganzem Herzen noch einmal um mildernde Umstände meines Vaters.“