Hotelgastronomie Ludwigsburg Restauranttest: Die Gutsschenke im Schlosshotel Monrepos

Von Bettina Hartmann 

In der Gutsschenke im Schlosshotel Monrepos in Ludwigsburg verzichten die Betreiber freiwillig auf den Michelin-Stern und bieten künftig nur noch gehobene schwäbische Hausmannskost an. Das aber ordentlich, wie unsere Kritikerin findet.

Felix Sommerrock leitet seit dem Frühjahr das von der Familie Finkbeiner (Traube Tonbach) gepachtete Schlosshotel Monrepos in Ludwigsburg als Direktor. Foto: factum/Granville 4 Bilder
Felix Sommerrock leitet seit dem Frühjahr das von der Familie Finkbeiner (Traube Tonbach) gepachtete Schlosshotel Monrepos in Ludwigsburg als Direktor. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Die Sternegastronomie hat es nicht leicht. Die Kosten sind hoch, die Einnahmen dagegen halten sich zuweilen in Grenzen. Um halbwegs lukrativ zu arbeiten, wird von den Mitarbeitern nicht selten ein Arbeitseinsatz verlangt, der weit über das gesetzlich Erlaubte hinaus­ geht. „Das darf und wollte ich meinem Team nicht antun“, sagt Felix Sommerrock. Er leitet seit dem Frühjahr das von der Familie Finkbeiner (Traube Tonbach) gepachtete Schlosshotel Monrepos in Ludwigsburg als Direktor. Also stellte man im hoteleigenen Restaurant Gutsschenke kurzerhand das Konzept um – weg vom Fine­ Dining, hin zur gehobenen schwäbischen Küche.

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Das gastronomische Programm umfasst nun eine Gartenwirtschaft, eine Bar samt Wintergarten sowie das Restaurant. Die Neuausrichtung der Traditionsgaststätte fand denn auch gleich Gefallen, wie Sommerrock berichtet: „Wir sind inzwischen oft ausgebucht.“ Der bisherige Küchenchef­ Ben Benasr­, 2016 ins Haus gekommen und sofort mit einem Stern ausgezeichnet, verließ die Gutsschenke aber – „im Einvernehmen“, wie der Hoteldirektor­ betont.

Weine des Hauses Württemberg im Focus

Was bietet die Gutsschenke nun? Ein angenehmes Ambiente, künftig mit Eichenholz- statt mit weiß eingedeckten Tischen­. Dezenten, aufmerksamen Service. Und kulinarisch etwa ein fein-würziges Rindertatar mit Kapernespuma und Knoblauchbrottalern (15,50 Euro) sowie Ziegenkäse auf Zucchinicarpaccio mit karamellisierten Apfelspalten (13 Euro). Sonderlich schwäbisch klingt und schmeckt das nicht, aber die Gerichte sollen eben auch den Anspruch „gehoben“ abdecken.

Regional wird es dann bei den Haupt­gerichten: Kalbsrahmschnitzel mit lockeren, buttrigen Spätzle (24,50 Euro) und Bachforelle mit Schalotten-Spinat und Kartoffel-Sellerie-Püree (22 Euro), wobei die Beilagen etwas uninspiriert bleiben. Auch die Schwarzwälder Kirschtorte im Glas (9,50 Euro) hält sich geschmacklich zurück, während der Ofenschlupfer mit ­Vanillesoße (9,50 Euro) zum süßen Abschluss überzeugt.

Bei den Weinen stehen die ­Produkte des Hauses Württemberg im Mittelpunkt. Kein Wunder, schließlich ist es Eigentümer der Anlage, die als Ausflugsziel lockt – und zwar nicht nur Mitarbeiter der umliegenden Firmen, sondern nun auch wieder Familien und Spaziergänger.

Restaurant Gutsschenke, Schlosshotel Monrepos, Monrepos 22, Ludwigsburg, Telefon 0 71 41 / 30 20, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 12 bis 14.30 und von 18 bis 23 Uhr. www.schlosshotel-monrepos.de