HummelgrabenBiogasanlage Zuffenhausen Bau der Biogasanlage soll Mitte 2018 starten

Von Bernd Zeyer 

Bei einer gemeinsamen Sitzung haben die Zuffenhäuser und Stammheimer Bezirksbeiräte dem Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan der Biogasvergärungsanlage zugestimmt – unter dem Vorbehalt, dass zeitgleich das Landschaftsentwicklungskonzept Hummelgraben umgesetzt wird.

Die Firma Porsche wird einen Großteil des  Biogases abnehmen und per Blockheizkraftwerk in Energie und Wärme umwandel Foto: dpa
Die Firma Porsche wird einen Großteil des Biogases abnehmen und per Blockheizkraftwerk in Energie und Wärme umwandel Foto: dpa

Zuffenhausen - Bei einer gemeinsamen Sitzung haben sowohl die Zuffenhäuser als auch die Stammheimer Bezirksbeiräte dem Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan der Biogasanlage zugestimmt. Dieses Votum machen sie allerdings davon abhängig, dass parallel zum Bau der gut 19 Millionen Euro teuren Anlage auf dem Gewann Hummelsbrunnen-Süd auch das Landschaftsentwicklungskonzept Hummelgraben (LEK) umgesetzt wird. Ob es dafür im Doppelhaushalt 2018/2019 Geld gibt, entscheidet der Gemeinderat am heutigen Freitag.

Am Ende war das Ergebnis am Dienstagabend ziemlich eindeutig: Aus Reihen der Zuffenhäuser Bezirksbeiräte gab es neun Ja- und vier Neinstimmen, die Stammheimer votierten mit zehnmal Ja und einmal Nein. Zuvor war freilich einmal mehr die Diskussion aufgeflammt, die bereits seit fünf Jahren läuft. Im Februar 2012 hatte Thomas Heß, der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS), im Bezirksbeirat zum ersten Mal von den Plänen berichtet und war dabei auf viel Kritik gestoßen. Susanne Bödecker von SÖS/Linke-Plus wollte am Dienstag nochmals detailliert darlegen, warum ihre Fraktion das Projekt ablehnt. Dabei wurde sie von Bezirksvorsteher Gerhard Hanus zweimal zur Ordnung gerufen. Auf Antrag von Angelika Sauer aus der CDU-Fraktion beschlossen die Zuffenhäuser Räte dann mit knapper Mehrheit (Sieben zu sechs Stimmen) ein Ende der Diskussion, ihre Stammheimer Kollegen schlossen sich ihnen mit großer Mehrheit (Zehn Stimmen Ja, eine Nein) an.

Die für die Anlage benötigte Fläche ist nur halb so groß wie ursprünglich angedacht

Zuvor hatte Thomas Heß die Beiräte auf den neuesten Stand gebracht. Er hoffe, dass noch in diesem Jahr, spätestens aber Anfang 2018, die Genehmigung des Regierungspräsidiums vorliege. Dann könne mit der Ausschreibung und möglichst zeitnah mit der Vergabe der Arbeiten begonnen werden. Laufe alles nach Plan, starte der Bau der Anlage nach den Sommerferien. Das produzierte Biogas werde die Firma Porsche abnehmen. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Jürgen King, der Leiter der Abteilung Baumanagement, dass Porsche ein eigenes Blockheizkraftwerk bauen wolle, um das angelieferte Gas in Wärme und Energie umzuwandeln. Einen Teil der Biogase wird die AWS allerdings selbst nutzen, um sie in einem eigenen Blockheizkraftwerk in Energie umzuwandeln und damit die Bioabfallvergärungsanlage zu versorgen.

Karl-Theo Maurer vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung erläuterte, dass Gutachten bestätigen würden, dass die Anlage keine negativen Auswirkungen auf Menschen und Natur hätte und es zu keinen Grenzwertüberschreitungen komme. Im Vergleich zum Aufstellungsbeschluss sei sogar die Größe der für sie benötigten Fläche halbiert worden: Ursprünglich waren 4,3 Hektar vorgesehen, nun seien es noch 2,1 Hektar. So könnten im Norden des Areals einige Ackerflächen erhalten bleiben. Zudem werde es zahlreiche Ausgleichsflächen geben. Dass eine davon in Weilimdorf (südlich des Lindenbachs) liegt, stieß am Ratstisch auf Kritik. Maurer erwiderte, dass die Voraussetzungen auf dem 0,15 Hektar großen Gelände bestens geeignet seien, seltene Vogelarten dorthin umzusiedeln, außerdem gehöre das Areal der Stadt.

„Die Größe der Anlage richtet sich nach der in Stuttgart anfallenden Menge von Biomüll“, sagte Heß. Maximal könnten jährlich 35 000 Tonnen verarbeitet werden. Von Frühsommer 2018 werde die Biotonne in allen Bezirken der Stadt zur Pflicht. Auf keinen Fall werde Bioabfall von außerhalb Stuttgarts in Zuffenhausen verarbeitet. Der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Stuttgart stellte auch klar, dass eine spätere Vergrößerung der Anlage weder gewünscht, noch technisch möglich sei.

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