Zwischen Kindergarten, Landtagswahl und Frauentag: Der Aufruf zu einer Hampelmann-Challenge lässt uns gedanklich ein bisschen herumhampeln.

20 Millionen Hampelmänner – dieses Ziel hat sich eine Initiative namens SpoSpiTo für dieses Jahr gesteckt. Die Abkürzung steht für Sporteln, Spielen, Toben. Die Idee dahinter: Weil viele Kinder sich nicht mehr genug bewegen, sollen bundesweit Kindergärten an einer „Hampelmann-Challenge“ teilnehmen und innerhalb von vier Wochen so viele Hampelmänner wie möglich machen.

 

Für alle, die sämtliche Erinnerungen an den Sportunterricht verdrängt haben: Ein Hampelmann batscht die Hände über dem Kopf zusammen und spreizt dabei im Sprung die Beine. Das sieht alles ziemlich albern aus, verbrennt dafür aber schön viele Kalorien.

Bei der ersten Auflage dieser Aktion im Vorjahr haben laut den Organisatoren bereits mehr als 70 000 Kinder aus über 1100 Kitas bundesweit mitgemacht und dabei über 16 Millionen Hampelmänner gemacht.

Im Kreis Böblingen machen laut SpoSpiTo-Homepage unter anderem die Kita Allmmendäcker in Maichingen und die Kita Lilienstraße in Sindelfingen mit. Noch bis zum 24. April läuft die Aktion. Wer noch mitmachen möchte, kann sich noch bis zum kommenden Freitag, 13. März, dafür anmelden.

Hampelmänner machen sich als Ampelmännchen einen faulen Lenz

Ein lobenswertes, ja ein hehres Ziel – dennoch seien hier ein paar kritische Anmerkungen erlaubt. Schließlich steht uns ein in doppelter Hinsicht bedeutsamer Sonntag bevor. Zum einen ist Internationaler Frauentag und wenn es um Hampelmänner geht, sollte uns dieses Datum doch wirklich zu denken geben. Was, fragen wir, ist denn bitteschön mit all den Hampelfrauen da draußen, die sich tagtäglich abstrampeln, während ihre feinen Herren Hampelmänner sich einen faulen Lenz machen? Diese Schlingel tun nämlich gerne so, als wären sie kleine Franzosen, die kein „H“ aussprechen können und halten dann als Ampelmännchen in der Stadt den ganzen Verkehr auf.

Zum anderen ist Landtagswahl und auch da würde uns zum Stichwort „Hampelmänner“ so einiges einfallen – oder wie heißen noch mal diese Puppen, die an Fäden hängen und von irgendwelchen unsichtbaren Strippenziehern gelenkt werden? Labubu? Matrjoschka? Sorry, anscheinend steht bei uns gerade jemand auf der Tiefseekabelleitung. Ein Beitrag aus den Bonbons, der wöchentlichen Humorkolumne dieser Zeitung.