Humor aus dem Kreis Böblingen Mit dem „Park-Sheriff“ verwechselt: „Haben Sie mich aufgeschrieben?“

Nicht jeder Parka-Träger muss gleich ein Park-Sheriff sein. Foto: dpa

Unser Reporter wurde fälschlicherweise für einen „Park-Sheriff“ gehalten – und verpasste dabei seine Chance auf ein Mittagessen für lau. Ein Beitrag aus unserer Humorkolumne.

Böblingen: Edmund Langner (edi)

Wie heißt es so schön? „Kleider machen Leute“. Manchmal machen Kleider Leute aber auch richtiggehend nervös. Wer schon einmal an einem Polizisten vorbeigekommen ist, nachdem er kurz zuvor bei Rot über die Ampel gehuscht ist, weiß Bescheid.

 

Manchmal braucht es offenbar nicht einmal eine richtige Amtsuniform, um Menschen einen amtlichen Schreck einzujagen. Diese Erkenntnis nimmt einer unserer Reporter aus einer Zufallsbegegnung in der Böblinger Poststraße mit. Auf dem Rückweg von einem mittäglichen Termin lief er hungrig und hastig an zwei Frauen vorbei – um den Hals einen Fotoapparat, in der Hand ein Smartphone, in das er gerade eine kurze Nachricht an die Redaktion tippen wollte. Plötzlich schreckte er hoch, weil ihn eine der beiden Frauen mit schriller Stimme ansprach. „Sagen Sie mal, haben Sie mich jetzt aufgeschrieben?“, fragte sie ihn und zeigte dabei empört auf sein Handy.

„Wie bitte, was?“, brachte unser völlig überrumpelter Kollege stammelnd hervor. Er hatte keine Ahnung, was diese platinblonde Frau in dem Leoparden-Kunstfell-Wintermantel von ihm wollte. „Na, wegen mei’m Auto! Haben Sie mir jetzt einen Strafzettel gegeben?“, fragte sie in wütendem Tonfall – woraufhin unser Reporter einmal an sich selbst herunterschaute. Er registrierte die Kamera, das Smartphone und seinen grünen Parka mit einem Abzeichen am Ärmel – zwar nicht das Böblinger Stadtwappen, sondern ein Schweizerkreuz, aber immerhin.

Und dann ließ ihn die sprungbereite Panther-Lady einfach stehen

Allmählich machte es „Klick“ bei ihm und er verstand, dass ihn die echauffierte Frau wohl für einen „Knöllchen-Sheriff“ hielt. Bevor die Situation weiter eskalieren konnte, klärte er das Missverständnis schnell auf und die eben noch sprungbereite Panther-Lady ließ ihn mit einem knappen „Oh! Na, dann, sorry!“ sprachlos stehen.

Erst im Nachhinein raffte unser von Magenknurren und nun auch noch von Herzrasen geplagter Reporter, welche Gelegenheit er da verpasst hat. Wie dereinst der Hauptmann von Köpenick hätte er seine vermeintliche Amtsautorität doch ein bisschen zu seinem Vorteil nutzen können. Vielleicht hätte er der mutmaßlichen Parksünderin ja einen kleinen Deal anbieten und damit seinen Hunger stillen können. Nach dem Motto „Tausche Knöllchen gegen Röllchen“.

Am Ende war er aber dann doch froh, dass er sich nicht der Amtsanmaßung schuldig gemacht hatte. Darauf stehen nämlich bis zu zwei Jahre Gefängnis – vielleicht ein bisschen viel für ein warmes Mittagsessen. Denn: Wie heißt es doch so schön? „Ein leerer Magen ist ein schlechter Ratgeber.“

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