Humor und Vorsorge „Das ist in Ihrem Alter völlig normal“
Kolumnist KNITZ über einen Satz aus der Ärzteschaft, der sogar eine launige Festgesellschaft beschäftigen kann.
Kolumnist KNITZ über einen Satz aus der Ärzteschaft, der sogar eine launige Festgesellschaft beschäftigen kann.
Es ist schon ein paar Tage her, da hat der Entertainer Harald Schmidt im Gespräch mit Frank Elstner einen Satz zitiert, den er von seinem Arzt am Häufigsten zu hören bekomme: „Das ist in Ihrem Alter völlig normal.“
KNITZ vermutet, da hat sich die werte Ärzteschaft abgesprochen. Auch ihm ist der Satz schon zu Ohren gekommen. Doch nicht nur ihm.
So ein Satz geht nicht spurlos an Menschen vorbei. Er bestimmt mitunter sogar die Gespräche bei Gelegenheiten, bei denen man das nicht erwarten würde. KNITZ ist das neulich bei einem Geburtstag aufgefallen. Das Fest war im Grunde gelaufen. Nur ein paar alte Freunde waren noch übrig geblieben. Allesamt Leute auf der falschen Seite der Sechzig.
Das ist eigentlich der Moment, an dem irgendjemand anfängt, von früher zu erzählen. Und dann geht es reihum, und man lässt die Vergangenheit aufleben, was bei älteren Semestern durchaus seinen Reiz haben kann. Was der oder die eine nicht mehr weiß, kriegt jemand anders noch zusammen. Damit tritt ein wunderbarer Zustand ein, den KNITZ als „Solidarität unter Lebenserfahrenen“ bezeichnen würde.
Doch dieses Mal nahm das Gespräch eine andere Richtung. Jemand zitierte den eingangs erwähnten Satz und erzählte von einer jüngst erfolgten Untersuchung. Gut möglich, dass es KNITZ war, noch ganz berauscht von einer Darmspiegelung. Eine schmerzfreie Angelegenheit, bei der er nur anfangs dösen durfte, aber sich Großteils auf einem Bildschirm vom Zustand seiner Innereien überzeugen konnte. In HD-Qualität!
Wie gesagt, es war schon spät. Und es ist auch nicht entscheidend, wer angefangen hat. Entscheidend ist, dass jeder und jede zu dem Thema etwas beitragen konnte.
Dass Sie das jetzt bitte nicht in den falschen Hals bekommen, liebe Leserinnen und Leser! Das war kein Gejammer älterer Damen und Herren über Siechtum. Es war auch keine ins Dramatische sich steigernde Leistungsschau, bei der es darum ging, wer den schlimmsten Eingriff überlebt hatte. Es war eine Aneinanderreihung von interessanten, unterhaltsamen, manchmal auch lustigen Arztgeschichten, bei denen sich zumindest bei KNITZ der Eindruck verfestigte, dass es um unser oft geschmähtes Krankensystem so schlecht nicht bestellt sein kann.
Er selbst erwähnt in dem Zusammenhang gern eine Herzkatheteruntersuchung, der er sich vor einiger Zeit unterziehen musste, ein minimalinvasives Verfahren zur Diagnose und Behandlung von Herzerkrankungen. Auch dies ein selbst aus Laiensicht spannender Eingriff, zumal er bei vollem Bewusstsein mitverfolgt werden darf. Fast bekam KNITZ bei all den Apparaturen und dem vielen Personal ein schlechtes Gewissen. Zum ersten Mal hatte er das Gefühl, dass seine Krankenkasse dafür ganz schön blechen muss.
Bei aller Heiterkeit, mit der KNITZ die Wehwehchen des Altern hier abgehandelt hat, eines wäre ihm ein Anliegen: Sollte es jemand unter der Fünfzig-plus-Leserschaft geben, der oder die eine Darmspiegelung vor sich herschiebt: Gehen Sie die Sache an! Die Untersuchung ist halb so wild. Wer nicht mag, muss auch nicht auf den Bildschirm schauen. Bei Fragen zum Thema, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Oder an KNITZ.