Hundehalter im Kreis Böblingen in Sorge Hund frisst Giftköder und stirbt

Schwer zu sehen und sehr gefährlich: gefundene Giftköder bei Hildrizhausen Foto: Facebook

Giftköder versetzen Hundehalter im Kreis Böblingen in Aufregung und Behörden in Alarmbereitschaft: In Gärtringen ist ein Vierbeiner deshalb gestorben. In Hildrizhausen, Deckenpfronn und Darmsheim hat nicht viel dazu gefehlt.

Es ist ein Horrorszenario für jeden Hundehalter: Der geliebte Vierbeiner schnappt beim Spaziergang auf, verschlingt das Fressen – und bricht zusammen. Weil, wie sich herausstellt, es sich beim Fressen um einen Giftköder handelte; ausgelegt wahrscheinlich von Hundehassern. Genau dies passiert zurzeit rund um Böblingen, was die Hundehalter-Szene in helle Aufregung versetzt. In den einschlägigen Internetforen und Chatgruppen werden massenhaft Warnungen verschickt. Parallel mahnen die Behörden die Tierbesitzer, bei Spaziergängen gut aufzupassen.

 

Tierklinik konnte nicht mehr helfen

Zuletzt ist ein solcher Giftköder einem Hund bei Gärtringen zum Verhängnis geworden. Im Gewann Hub, nordöstlich der Schwarzwaldhalle, hat der Vierbeiner im Februar das vermeintliche Leckerli gefressen und ist daran gestorben. „Dieser Fall wurde unserem Ordnungsamt gemeldet“, berichtet Norbert Sünder, der Gärtringer Hauptamtsleiter. Weitere Fälle seien nicht bekannt. Damit dass so bleibt, hätten die zuständigen Jagdpächter entsprechende Warnungen herausgegeben, auch die Gemeinde wolle im Mitteilungsblatt auf die Gefahr hinweisen.

Beispiele für abgewendete Gefahren gibt es aus anderen Kommunen zuhauf. Einer der aktuellsten Fälle ereignete sich am vergangenen Montag in der Nähe des Friedhofs in Hildrizhausen. Ein Schäferhund hatte beim Spaziergang Kontakt mit einem solchen Köder. „Zum Glück hat Gambo nichts gefressen, sondern wahrscheinlich nur daran geleckt“, berichtet die Hundehalterin. Das hat aber ausgereicht, dass sich das Tier erbrechen musste und Durchfall bekam. Der Tierarzt verabreichte eine Infusion, zwei Tage darauf hatte sich der Hund erholt. An diesem Freitag nun kam die Bestätigung vom Arzt, dass es sich tatsächlich um Gift gehandelt hat. „So eine Sauerei“, schimpft Gambos Frauchen, „wer macht so etwas nur?“

Tierärzte sind sensibilisiert

Bei der Gärtringer Tierarztpraxis Klink & Dühnen ist man jedenfalls hochsensibilisiert. „Wenn ein Hund mit Erbrechen oder Durchfall kommt, schauen wir jetzt ganz genau hin“, berichtet eine Tierarzthelferin. Und der Spuk scheint noch lange nicht vorbei zu sein. Am Donnerstag sind in Hildrizhausen weitere Giftköder in der Nähe des Waldhauses gefunden worden, auch in Ehningen wird inzwischen vor Giftködern gewarnt. Zudem ist aktuell in Deckenpfronn ein Hund erkrankt, nachdem er Kontakt mit einem Giftköder hatte.

Nicht zuletzt in Darmsheim ist die Aufregung dieser Tage groß. Im dortigen Ortschaftsrat wurde von einem Hund berichtet, der an den Feldern in Richtung Aidlingen einen vergifteten Köder gefressen hatte und vom Tierarzt zum Erbrechen gebracht wurde. „Glücklicherweise ist dieser Hund mit dem Leben davongekommen“, berichtet der Ortsvorsteher Martin Lambert, der Hundehalter bittet, umgehend die Polizei zu benachrichtigen, wenn sie auf einem Weg Verdächtiges entdecken. Außerdem sollten, wenn möglich, die gefährlichen Köder in einer Tüte mitgenommen werden.

„Leider passiert so etwas auch in unserem idyllischen Darmsheim“, klagt der Ortsvorsteher, der dazu im Mitteilungsblatt einige Zeilen verfasst und zudem im Internet recherchiert hat. „Ich habe feststellen müssen, dass man Giftköder online bestellen kann“, wundert sich Lambert: Obwohl man sie eigentlich nicht auslegen darf, seien sie leicht verfügbar.

Rasierklingen und Glasscherben

Ob der oder die Täter jemals enttarnt werden, ist? Ihnen auf die Spur zu kommen, gilt als schwierig. Doch dass jemand aktiv Hunden und Haltern schaden will, kommt immer wieder vor. Rund um Steinenbronn wurden im vergangenen Oktober mehrfach Fleischstücke und Würstchen gefunden, die mit Rasierklingen und Nägeln präpariert waren. Ähnliches geschah 2020 bei Weil im Schönbuch. Damals hatte sich eine Hündin beim Gassigehen an Wurtstückchen verletzt, die mit Glasscherben und Rasierklingen gespickt waren.

Weitere Themen