Hundert Anlaufstellen im Land geplant Kassenärzte starten zentrale Corona-Ambulanzen

Von Willi Reiners 

Die niedergelassenen Ärzte wollen Corona-Patienten möglichst früh erkennen und zentral versorgen. Binnen einer Woche sollen hundert solcher Ambulanzen im ganzen Land arbeiten.

Für Corona-Infizierte gibt es ab Montag zentrale Anlaufstellen. Foto: dpa/Sina Schuldt
Für Corona-Infizierte gibt es ab Montag zentrale Anlaufstellen. Foto: dpa/Sina Schuldt

Stuttgart - Die niedergelassenen Haus- und Fachärzte im Land richten zentrale Ambulanzen ein, um die steigende Zahl an Corona-Infektionen besser bewältigen zu können. Wie die Vorstandschefs der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), Norbert Metke und Johannes Fechner, am Freitag in Stuttgart ankündigten, starten in der kommenden Woche landesweit rund 100 zentrale Anlaufstellen, in denen ausschließlich Patienten mit Atemwegserkrankungen versorgt werden. Das soll die übrigen Arztpraxen und die Krankenhäuser entlasten.

Erst mit dem Arzt telefonieren!

Patienten, die Symptome zeigen und abklären lassen möchten, sollen sich telefonisch zunächst an ihren Haus- oder Kinderarzt wenden. Sollte dies nicht möglich sein, können Patienten auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 kontaktieren. Sie werden dann an die nächste zentrale Corona-Ambulanz weitervermittelt, falls dies erforderlich ist.

Erste von den niedergelassenen Ärzten getragene zentrale Corona-Ambulanzen sind bereits gestartet, so etwa in Emmendingen, Titisee-Neustadt, Karlsruhe und Dornstetten im Landkreis Freudenstadt. „In den letzten zwei Wochen haben wir den Schwerpunkt auf die Diagnose der Infektionen gelegt und dafür ein nahezu flächendeckendes Netz an zentralen Abstrichstellen im Land aufgebaut“, erläuterte Metke. Nun gehe es darum, die Versorgung insbesondere von Risikogruppen verstärkt in den Blick zu nehmen. Dabei stimme man sich mit vielen Stadt- und Landkreisen ab. „Wir gehen davon aus, dass wir innerhalb der nächsten Woche ein flächendeckendes Netz in Baden-Württemberg haben“, sagte Metke.

Schutzausrüstung ist vorhanden

Außerhalb der Sprechstundenzeiten stünden die 120 Notfallpraxen sowie ein Fahrdienst mit 180 Fahrzeugen der niedergelassenen Ärzte in Baden-Württemberg bereit, um Corona-Patienten aufzufangen. „Um sich selbst zu schützen, die anderen Patienten und das Praxispersonal, bitten wir die Patienten eindringlich, sich bei Atemwegserkrankungen vorher telefonisch anzumelden“, so Metke. Ein Patient mit einer Corona-Erkrankung, der unangemeldet und ungesteuert die Praxis betritt, könne dazu führen, dass eine gesamte Praxis geschlossen werden müsse. Auf keinen Fall sollten deshalb Patienten mit Atemwegserkrankungen einfach in eine Praxis gehen.

Die KVBW hat die Einrichtungen nach eigenen Angaben mit ausreichend Schutzausrüstung ausgestattet, nachdem die ersten Lieferungen des Bundesgesundheitsministeriums eingetroffen sind. Sie bemüht sich auch selbst um die Beschaffung auf einem „nervösen“ Markt.